Bistum Münster muss laut Administrator Hamers Kirchengebäude aufgeben

"Grundstürzende Veränderungen"

Das Bistum Münster muss sich laut Übergangsleiter Antonius Hamers in Zukunft anders aufstellen. Der Diözesanadministrator des Bistums sprach sich für weniger Kirchen in seiner Diözese aus. Denn die geringe Nutzung zwinge zum Umdenken.

St.-Paulus-Dom in Münster / © Lars Berg (KNA)
St.-Paulus-Dom in Münster / © Lars Berg ( KNA )

Zwar hätten die Gebäude vor allem auf dem Land eine hohe Bedeutung, schreibt Hamers in seinem geistlichen Wort zur Fastenzeit. "Zugleich müssen wir so ehrlich sein, dass wir gerade im städtischen Bereich nicht alle Kirchen und kirchlichen Räume werden halten können. Wir stehen vor grundstürzenden Veränderungen, die uns auch dazu zwingen werden, Gebäude aufzugeben."

Von Vehemenz überrascht

Das Bistum und viele Pfarreien verfügten über ein solides Vermögen, erklärte Hamers weiter. Die Kirchensteuer gebe finanzielle Unabhängigkeit und eröffne Möglichkeiten etwa in der Seelsorge oder bei Bildungsaufgaben. 

Antonius Hamers / © Nicole Cronauge (Katholisches Büro NRW)

"Zugleich bin ich erschrocken, welch großen Stellenwert materielle Strukturen mitunter haben - wenn mit großer Vehemenz an Kirchen und kirchlichen Gebäuden festgehalten wird, obwohl die Kirchen und Räume nur noch wenig genutzt werden und es nahe läge, kirchliches Leben zu konzentrieren." Auch in den ländlichen Gebieten müsse das Bistum sparsam mit Ressourcen umgehen.

Das in Teilen sehr ländlich geprägte Bistum Münster ist mit rund 1,63 Millionen Katholikinnen und Katholiken die mitgliederstärkste Diözese Deutschlands. Seit dem Rücktritt des langjährigen Bischofs Felix Genn im März 2025 leitet Hamers als Diözesanadministrator das Bistum.

Bistum Münster

Das Bistum Münster ist mit etwa 1,63 Millionen Katholiken die nach Mitgliedern größte Diözese Deutschlands. Das an die Niederlande angrenzende und bis an die Nordsee reichende Bistum ist auf einer Fläche von 15.000 Quadratkilometern in fünf Regionen gegliedert. Vier von ihnen liegen in Nordrhein-Westfalen. Hinzu kommt der eigenständige Offizialatsbezirk Oldenburg in Niedersachsen. 

Sankt-Paulus-Dom in Münster. / © Jörg Loeffke (KNA)
Sankt-Paulus-Dom in Münster. / © Jörg Loeffke ( KNA )
Quelle:
KNA