Zwar hätten die Gebäude vor allem auf dem Land eine hohe Bedeutung, schreibt Hamers in seinem geistlichen Wort zur Fastenzeit. "Zugleich müssen wir so ehrlich sein, dass wir gerade im städtischen Bereich nicht alle Kirchen und kirchlichen Räume werden halten können. Wir stehen vor grundstürzenden Veränderungen, die uns auch dazu zwingen werden, Gebäude aufzugeben."
Von Vehemenz überrascht
Das Bistum und viele Pfarreien verfügten über ein solides Vermögen, erklärte Hamers weiter. Die Kirchensteuer gebe finanzielle Unabhängigkeit und eröffne Möglichkeiten etwa in der Seelsorge oder bei Bildungsaufgaben.
"Zugleich bin ich erschrocken, welch großen Stellenwert materielle Strukturen mitunter haben - wenn mit großer Vehemenz an Kirchen und kirchlichen Gebäuden festgehalten wird, obwohl die Kirchen und Räume nur noch wenig genutzt werden und es nahe läge, kirchliches Leben zu konzentrieren." Auch in den ländlichen Gebieten müsse das Bistum sparsam mit Ressourcen umgehen.
Das in Teilen sehr ländlich geprägte Bistum Münster ist mit rund 1,63 Millionen Katholikinnen und Katholiken die mitgliederstärkste Diözese Deutschlands. Seit dem Rücktritt des langjährigen Bischofs Felix Genn im März 2025 leitet Hamers als Diözesanadministrator das Bistum.