Kirchen begleiten deutsches Team bei Olympischen Winterspielen

"Für die leisen Momente"

An diesem Freitag beginnen offiziell die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina. Einen Monat später starten die Paralympics. Unterstützt werden die deutschen Sportler und Sportlerinnen von einem ökumenischen Seelsorge-Team.

Cortina D'ampezzo: Olympia, Olympische Winterspiele Mailand Cortina 2026. Athletinnen halten Fackeln mit dem Olympischen Feuer / © Luciano Maria Bisi/LiveMedia-IPA/ZUMA Press Wire (dpa)
Cortina D'ampezzo: Olympia, Olympische Winterspiele Mailand Cortina 2026. Athletinnen halten Fackeln mit dem Olympischen Feuer / © Luciano Maria Bisi/LiveMedia-IPA/ZUMA Press Wire ( dpa )

Die beiden großen Kirchen in Deutschland bieten bei den Olympischen und Paralympischen Winterspielen in Mailand und Cortina erneut seelsorgerische Begleitung für das deutsche Team an. 

Elisabeth Keilmann, Sportseelsorgerin der Deutschen Bischofskonferenz, und Thomas Weber, evangelischer Olympiapfarrer, sind in Norditalien dabei, um die Sportler, Trainer und Betreuer "vertraulich, niedrigschwellig und ökumenisch" zu begleiten, wie die Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland am Mittwoch in Bonn und Hannover mitteilten. 

Elisabeth Keilmann, Sport- und Olympiaseelsorgerin der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), am 23. November 2018 in Bonn. / © Julia Steinbrecht (KNA)
Elisabeth Keilmann, Sport- und Olympiaseelsorgerin der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), am 23. November 2018 in Bonn. / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Während der Paralympics wird das deutsche Team neben Keilmann von Christian Bode, evangelischer Paralympics-Seelsorger, betreut.

"Der Wert eines Menschen hängt nicht an einer Platzierung"

Keilmann betonte, dass Winterspiele für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer viele Jahre der Vorbereitung, einen engen Zeitplan und enorme Erwartungen bedeuteten. "Seelsorge heißt für uns: mitgehen, ermutigen, mit aushalten - und daran erinnern, dass der Wert eines Menschen nicht an einer Platzierung hängt." 

Weber ergänzte: "Wir sind da für die leisen Momente hinter den Kulissen – wenn Druck steigt, wenn Freude überwältigt, wenn Enttäuschung schmerzt oder wenn einfach jemand ein offenes Ohr braucht."

Dezentrales Konzept als Herausforderung

Zusätzlich zu den individuellen seelsorgerischen Angeboten sind demnach Gottesdienste und Auszeiten geplant. Auch Begegnungsformate und Gesprächsrunden würden angeboten. Alle Teammitglieder erhielten täglich einen geistlichen Impuls über die Team-App. 

Eine zentrale organisatorische Herausforderung werde die räumliche Verteilung der Sportstätten und die Anbindung an die jeweiligen olympischen und paralympischen Dörfer sein, da die Spiele dezentral an mehreren Orten ausgetragen werden.

Physischer und psychischer Druck 

Der katholische Sportbischof Stefan Oster zeigte sich dankbar für das Seelsorgeangebot für das deutsche Olympia- und Paralympics-Team. Der physische und psychische Druck sei für manche Athletinnen und Athleten riesig, betonte er. 

Bischof Stefan Oster / © Maria Irl (KNA)
Bischof Stefan Oster / © Maria Irl ( KNA )

Ein seelsorgliches Gespräch könne helfen, "Kopf und Herz freizubekommen und das Wesentliche zu sehen - und dann womöglich auch im guten Sinne lockerer in den Wettkampf zu gehen". Er wünsche "allen Segen des Himmels für die Spiele".

Die Olympischen Winterspiele beginnen offiziell am Freitag und dauern bis 22. Februar. Die Paralympics finden von 6. bis 15. März statt.

Sport- und Olympiaseelsorge

Die deutsche Olympiamannschaft wird seit mehr als 50 Jahren bei Sommer- und Winterspielen von einem ökumenischen Seelsorgerteam begleitet. Ein katholischer und ein evangelischer Geistlicher bieten den Athleten, Trainern und Betreuern Gesprächsmöglichkeiten und Gottesdienstbesuche an. Auch bei den Paralympischen Spielen stellen die beiden großen Kirchen ein Seelsorgerteam, das den Sportlern mit Behinderung zur Seite steht. Bei den Universiaden, den Weltsportspielen der Studenten, reisen meist ebenfalls Seelsorger mit.

Zuschauerin bei den olympischen Spielen / © Hendrik Schmidt (dpa)
Zuschauerin bei den olympischen Spielen / © Hendrik Schmidt ( dpa )
Quelle:
KNA