Reformierte Kirchen

 (DR)

Die reformierten Kirchen gehen vor allem auf die Schweizer Huldrych Zwingli (Zürich, 1484-1531) und Johannes Calvin (Genf, 1509-1564) zurück. Die Einheit der Protestanten scheiterte 1529 am Abendmahlsstreit zwischen Martin Luther und Zwingli. Heute gehören der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen (WGRK) 230 Kirchen in 109 Ländern an. Darunter sind neben reformierten auch presbyterianische, unierte, sich vereinigende und waldensische Kirchen. Präsident ist der südafrikanische Pfarrer Jerry Pillay, Generalsekretär der Kanadier Chris Ferguson. Sitz der WGRK ist das Calvin-Zentrum in Hannover. Ihr Jahresetat beträgt rund 1,4 Millionen Euro.

In Deutschland bestehen zwei reformierte Landeskirchen, die Evangelisch-reformierte Kirche (Leer) und die Lippische Landeskirche (Detmold). Dazu kommen rund 400 reformierte Kirchengemeinden vor allem innerhalb unierter Landeskirchen. Sie alle gehören dem Reformierten Bund (RB) an, der zudem rund 400 Einzelmitglieder hat.

Geleitet wird der Reformierte Bund von einem ehrenamtlichen Moderator - dem rheinischen Pfarrer Martin Engels - und einem hauptamtlichen Generalsekretär, Achim Detmers. Sitz des Reformierten Bunds ist ebenfalls das Calvin-Zentrum in Hannover. Innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gelten rund 1,5 Millionen Mitglieder als reformiert.

Der WGRK gehören aus dem deutschsprachigen Raum die beiden reformierten Landeskirchen, der Reformierte Bund, die Evangelisch-altreformierte Kirche in Niedersachsen, der Evangelische Kirchenbund der Schweiz und die kleine Evangelische Kirche H.B. (Helvetischen Bekenntnisses) in Österreich (14.000 Mitglieder) an. (kna/Stand 29.06.2017)