Lippischer Landessuperintendent würdigt christlich-jüdischen Dialog 

"Eigentlich ein Wunder"

Angesichts eines zunehmenden Antisemitismus hat der Lippische Landessuperintendent Dietmar Arends die Bedeutung des Dialogs zwischen Christen und Juden betont. Dass sich Juden und Christen heute als Geschwister begegneten sei eigentlich ein Wunder.

Davidstern und Kreuz / © Julia Steinbrecht (KNA)
Davidstern und Kreuz / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Der wiedererstarkende Antisemitismus gebe Anlass zu großer Sorge, sagte Dietmar Arends in seine WDR-Morgenandacht am Samstag. "Und doch können wir zugleich dankbar sein für das, was im christlich-jüdischen Dialog in den letzten Jahrzehnten gewachsen ist", erklärte der oberste Repräsentant der Lippischen Landeskirche. "Dass wir nach unserer Geschichte Jüdinnen und Juden unter uns als unseren Geschwistern begegnen können, ist eigentlich ein Wunder", sagte Arends.

Würdigung von Pinchas Lapide - Diplomat im Dienst Israels

Arends würdigte den vor 24 Jahren gestorbenen jüdischen Religionswissenschaftler Pinchas Lapide als einen großen Brückenbauer. Er habe geholfen, Feindschaft zu überwinden. Gemeinsam mit seiner Frau Ruth und später mit dem Sohn Yuval habe er sich in besonderer Weise für die Versöhnung von Juden und Christen eingesetzt.

Lapide wurde am 28. November 1922 in Wien geboren. Unter der Nazi-Herrschaft gelang ihm die Flucht aus einem Konzentrationslager. 1940 wanderte er in das damalige Palästina aus. Nach dem Militärdienst in der Jüdischen Brigade der britischen Armee wurde er Diplomat im Dienst Israels, unter anderem als Konsul in Mailand.

Nach dem Krieg studierte er Romanistik in Jerusalem. An der Kölner Universität promovierte er in Judaistik. 1969 ließ sich Lapide in der Bundesrepublik nieder und hatte Gastprofessuren unter anderem in Göttingen, Bern und Tübingen inne. Lapide starb am 23. Oktober 1997 im Alter von 74 Jahren gestorben.

Quelle:
epd
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