Malteserorden

Uniform des Großkanzlers des Malteserordens / © Markus Nowak (KNA)
Uniform des Großkanzlers des Malteserordens / © Markus Nowak ( KNA )

Der Malteserorden steht in der Tradition des "Ritterordens vom Hospital des heiligen Johannes zu Jerusalem", des im 11. Jahrhundert gegründeten weltweit ersten christlichen Krankenpflegeordens. Nach der Reformation spaltete sich die Gemeinschaft auf in die katholischen Malteser und die evangelischen Johanniter.

Nachdem Napoleon die Malteser 1798 von der Insel Malta vertrieben hatte, fasste der Orden im 19. Jahrhundert in Italien und Österreich wieder Fuß. 1879 stellte Papst Leo XIII. die Großmeisterwürde des Ordens wieder her. 1953 wurden die Malteser als religiöser und souveräner Orden anerkannt. Als katholischer Orden sind sie dem Heiligen Stuhl unterstellt.

Gleichzeitig ist der Souveräne Malteserorden politisch ein eigenes Völkerrechtssubjekt. Dieser Status verschafft ihm einzigartige Zugänge auf politischer und diplomatischer Ebene und soll besondere Unabhängigkeit in Konflikten ermöglichen. So unterhalten die Malteser diplomatische Beziehungen mit mehr als 100 Staaten sowie mit der EU.

Außerdem haben sie Ständige Vertreter bei den Vereinten Nationen und etlichen weiteren internationalen Organisationen. Rund 6.000 Quadratmeter - vor allem auf dem römischen Aventin-Hügel - sind exterritoriales Gebiet des Ordens und machen ihn zum kleinsten Staat der Welt. Er gibt eigene Briefmarken heraus, prägt Münzen und hat das Autokennzeichen "SMOM".

Die Malteser haben nach eigenen Angaben 13.500 männliche und weibliche Ordensmitglieder sowie rund 120.000 ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter. Sie sind weltweit in der Entwicklungs- und Katastrophenhilfe sowie im Gesundheitssektor aktiv. In Deutschland gründeten der deutsche Zweig des Malteserordens und der Deutsche Caritasverband 1953 den Malteser-Hilfsdienst (MHD) als Sanitäts- und Katastrophenschutz-Organisation. (kna/Stand 02.05.2019)