22.02.2026 | 10:00 - 12:00 | Gottesdienst

Kapitelsamt am ersten Fastensonntag

"So stürz dich hinab"

Blick auf den Kölner Dom im Sommer / © shutterstock/trabantos (shutterstock)
Blick auf den Kölner Dom im Sommer / © shutterstock/trabantos ( shutterstock )

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DOMRADIO.DE überträgt am ersten Fastensonntag das Kapitelsamt mit Dompropst Guido Assmann. Das Vokalensemble Kölner Dom singt unter der Leitung von Alexander Niehues. An der Orgel ist Winfried Bönig.

Der Kammerchor der Hohen Domkirche singt in der Messe u. a. Werke von Johannes Brahms und Felix Mendelssohn Bartholdy – von letzterem das berühmte Werk "Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir". 

Das Vokalensemble Kölner Dom steht seit September 2025 unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Niehues / © Beatrice Tomasetti (DR)
Das Vokalensemble Kölner Dom steht seit September 2025 unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Niehues / © Beatrice Tomasetti ( DR )

Die Motette greift damit das Sonntagsevangelium auf, in dem es um Jesus und die Versuchung, aber eben auch Engel geht. 

Aus dem Matthäusevangelium

In jener Zeit wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt; dort sollte er vom Teufel versucht werden. Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn.Da trat der Versucher an ihn heran und sagte: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird. Er aber antwortete: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt. Darauf nahm ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt, stellte ihn oben auf den Tempel und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er um deinetwillen, und: Sie werden dich auf ihren Händen tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt. 

Dompropst Guido Assmann, Generalvikar des Erzbischofs von Köln / © Beatrice Tomasetti (DR)
Dompropst Guido Assmann, Generalvikar des Erzbischofs von Köln / © Beatrice Tomasetti ( DR )

Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es auch: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen. Wieder nahm ihn der Teufel mit sich und führte ihn auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest. Da sagte Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen. Darauf ließ der Teufel von ihm ab und siehe, es kamen Engel und dienten ihm. (Mt 4,1-11)

Auslegung zum Sonntagsevangelium von Wolfgang Trilling

Die zweite Versuchung führt Jesus „in die Heilige Stadt“. Das ist Jerusalem, allein von Matthäus mit diesem Titel ehrfürchtig benannt. Auf der Zinne des Tempeldaches stehen sie beide. Der Teufel fordert ihn auf, sich herabzustürzen, im Vertrauen auf das Wort des Psalmes, nach dem Gott seine Engel aufbieten wird, damit seinem Frommen nichts schade (Ps 91, 11 f.). Um wie viel mehr wird diese Zusage für den „Sohn Gottes“ gelten! In der ersten Versuchung hat sich das Vertrauen Jesu auf Gott glänzend bewährt. Es ist doch ein Leichtes, dieses eben ausgesprochene Vertrauen noch einmal unter Beweis zu stellen! Das, was du eben bekannt hast, in einer mutigen Tat zu beweisen! Ist dieses Vertrauen so vorbehaltlos und gewaltig, dann kann mein Vorschlag nicht als vermessen gelten!

Dem schriftgewandten Verführer antwortet Jesus ebenfalls mit einem Schriftwort, das das fein gesponnene Gewebe des anderen durchschlägt: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen“ (Dt 6, 16). Wenn ich das täte, was du erwartest, so spricht Jesus, dann wäre das nicht ein Beweis meines Vertrauens, sondern das Gegenteil: peirasmos, die große Versuchung zur Entzweiung, zum Abfall. Gott lässt sich nie zwingen. Er bleibt der unbeschränkt waltende Herr. Er lässt seine Hilfe nicht vorschreiben und von Menschen in Dienst nehmen. Sein Eingreifen ist immer frei geschenkte Gnade. Auch der Messias steht so vorbehaltlos erwartend vor ihm, dass er alles ihm überlässt. Gewiss, sein Vertrauen ist unbegrenzt, aber gerade auch in dem Sinne unbegrenzt, dass er „nichts aus sich selber tun kann, sondern nur, was er den Vater vollbringen sieht“ (Joh 5, 19). Gott muss ganz und in allem Herr sein 

Wolfgang Trilling (deutscher Neutestamentler, 1925–1993), aus: Ders., Das Evangelium nach Matthäus, 1. Teil (Geistliche Schriftlesung 1/1), Düsseldorf, 3. Auflage 1965, 69–70, © Oratorium Leipzig

 

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