Leo XIV. begeht seinen ersten Aschermittwoch als Papst

Die Faszination der Fastenzeit nutzen

Die Fastenzeit ist angesagt, nicht nur bei traditionellen Kirchgängern. Papst Leo sieht darin eine Chance für die Kirche. Auch das Bekenntnis von Fehlern und Sündern sieht er positiv. Es war sein erster Aschermittwochsgottesdienst.

Papst Leo XIV. winkt den Menschen vom Papamobil zu am 18. Februar 2026 bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz im Vatikan. / © Gregorio Borgia/AP (dpa)
Papst Leo XIV. winkt den Menschen vom Papamobil zu am 18. Februar 2026 bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz im Vatikan. / © Gregorio Borgia/AP ( dpa )

Mit einem Aschermittwochs-Gottesdienst hat Leo XIV. die erste Fastenzeit seines Pontifikats begonnen. In der frühchristlichen Kirche Santa Sabina auf dem römischen Aventinhügel ließ er sich als Zeichen der Umkehr Asche aufs Haupt streuen und wiederholte diese Geste seinerseits bei zahlreichen Kardinälen, Geistlichen und Laien. Zuvor hatte er an der traditionellen Prozession von der Benediktinerkirche Sant'Anselmo nach Santa Sabina teilgenommen. 

In seiner Aschermittwochspredigt rief er die Kirche auf, die derzeit in manchen Ländern beobachtete wachsende Zuwendung zu den Riten der Fastenzeit für die Verkündigung ihrer Botschaft zu nutzen. Die Kirche sei eine Gemeinschaft, die sich zu ihren Sünden bekenne.

Papst Leo während der Generalaudienz / © Gregorio Borgia/AP (dpa)
Papst Leo während der Generalaudienz / © Gregorio Borgia/AP ( dpa )
Papst Leo während der Generalaudienz am 18. Februar 2026.

Sie sei nicht "gelähmt, starr, sicher in den eigenen Positionen, sondern versammelt, um sich zu bewegen und zu verändern", erklärte der Papst. Weiter sagte er: "Wie selten findet man Erwachsene, die Reue zeigen, Menschen, Unternehmen und Institutionen, die zugeben, dass sie Fehler gemacht haben. Heute geht es für uns genau um diese Möglichkeit." 

Neuer Trend bei jungen Menschen

Es sei kein Zufall, dass viele junge Menschen, auch im säkularisierten Umfeld, sich mehr als früher der Bedeutung des Aschermittwochs bewusst seien. "Denn gerade die jungen Menschen erkennen deutlich, dass eine gerechtere Lebensweise möglich ist und dass es Verantwortlichkeiten für das gibt, was in der Kirche und in der Welt nicht in Ordnung ist." 

Pontifikalamt zum Aschermittwoch der Künstler 2026 (DR)
Pontifikalamt zum Aschermittwoch der Künstler 2026 / ( DR )

Die Kirche solle diese "missionarische Dimension der Fastenzeit wahrnehmen" und sich öffnen "für viele unruhige und gutwillige Menschen, die nach Wegen suchen, ihr Leben in der Perspektive des Reiches Gottes und seiner Gerechtigkeit wirklich zu erneuern". Die Fastenzeit rege zugleich die Kirche zu jener Umkehr an, die ihre Verkündigung glaubwürdiger mache. 

"Die Asche des Völkerrechts"

Papst Leo XIV. stellte in seiner Predigt auch einen Zusammenhang zwischen dem Aschermittwochs-Ritual und dem gegenwärtigen Zustand der Welt her. Er sagte: "In der Asche auf unserem Haupt können wir die Last einer brennenden Welt spüren, ganzer Städte, die vom Krieg zerstört wurden: die Asche des Völkerrechts und der Gerechtigkeit zwischen den Völkern, die Asche ganzer Ökosysteme und der Eintracht unter den Menschen, die Asche des kritischen Denkens und alter lokaler Wissensschätze, die Asche jenes Sinns für das Heilige, den jedes Geschöpf in sich trägt." 

Christen seien aber nach dem Bekenntnis ihrer Sünden dazu berufen, "nicht bei der Asche stehen zu bleiben, sondern uns wieder aufzurichten und wieder aufzubauen".

Quelle:
KNA