Das Ehepaar Jansen - Ursula Jansen betont in Goch immer besonders das einfache 's' - ist aus dem ostwestfälischen Detmold angereist und nicht zum ersten Mal auf dem Stellplatz in Goch.
"Seit 2001 fahren wir regelmäßig nach Goch. Mit unserem fahrenden Hotel machen wir Urlaub, wo wir die Menschen nett finden", sagt Günter Jansen. Sie hatten von der Reisemobilwallfahrt erst erfahren, als sie Anfang der Woche ihren zweiwöchigen Aufenthalt in Goch angetreten hatten. Das sei Zufall gewesen, aber jetzt wollen sie auch an dem ein oder anderen Programmpunkt teilnehmen. Nur bei der Fahrzeugsegnung, die zusammen mit einem Reisemobilkorso durch die Stadt am Sonntag stattfindet, sind sie nicht dabei: "Dafür bauen wir nicht alles wieder ab. Wir bleiben schließlich noch eine Woche", meint Günter Jansen, während er vor seinem Wohnmobil unter dem Zeltdach im Schatten sitzt.
Anders geht es Roland Schmidt aus Stadtlohn im Münsterland: Er ist zusammen mit seiner Frau eigens zur Reisemobilwallfahrt gekommen und nimmt den Reisesegen mit. "Das Fahrzeug wurde erst ein Mal gesegnet und wir sind auch keine Kirchgänger, aber wir gehen im Urlaub auch in jede Kathedrale", so Schmidt. Der Reisesegen ist ihm persönlich wichtig, aber eine Versicherung ist er auch nicht: "Mit einem früheren Reisemobil hatten wir mal einen Unfall: Frontalzusammenstoß mit drei Toten. Vor einem Unfall ist man nie geschützt."
Goch ist seit 2005 als Wallfahrtsort anerkannt
Die Wallfahrt zum Geburtsort des Heiligen Arnold Janssen (1837-1909), Gründer des Steyler Missionsordens, hat am Donnerstag begonnen und endet am Montag. Neben dem spirituellen Angebot gibt es ein Rahmenprogramm mit Reisemobil-Fachmesse und Kultur. Organisatoren der Reisemobilwallfahrt sind die Pfarrgemeinde Sankt Arnold und eine Gesellschaft für das Marketing der Stadt. Goch ist seit 2005 als Wallfahrtsort anerkannt. Pro Jahr kommen gut 15.000 Pilger in die Stadt. Als Wallfahrtskirche dient Sankt Maria Magdalena.
Rund 190 Reisemobile haben sich für die Veranstaltungen angemeldet, meist mit zwei Reisenden "an Bord". Ein Blick auf die Kennzeichen der Wohnmobile verrät, dass die meisten Wallfahrer aus der Region kommen: Viele Münsterländer und Rheinländer und ebenso viele Niederländer haben sich auf den Weg nach Goch gemacht. Neben den Wallfahrtsveranstaltungen wie Fahrzeugsegnung und Abschlussgottesdienst in der Pfarrkirche Maria Magdalena steht eine Stadtführung durch das historische Goch auf dem Programm.
Beim allabendlichen Lagerfeuer auf dem Friedensplatz an der Niers, der auch außerhalb der Wallfahrt als Reisemobil-Stellplatz genutzt wird, begegnen sich die unterschiedlichsten Teilnehmer: "Da stehen Düsseldorfer neben Kölner, Heiden neben einem Diakon", berichtet der Organisator für die Stadt Goch, Thorsten Kauling, von einer Begegnung am Donnerstagabend. Auch nach dem Lagerfeuer am Sonntagabend wird sich der Friedensplatz nicht so schnell leeren. Das Ehepaar Jansen sind nicht die einzigen, die "ein paar Tage hintendran hängen". Viele Wallfahrer machen dann Urlaub in Goch.
Zur ersten Wohnmobilwallfahrt am Niederrhein
Pilgern mit dem Haus auf Rädern
Die Wolken am Himmel sind verschwunden, die Sonne lacht und in unmittelbarer Nähe fließt ein Fluss mitten durchs Grüne: Ursula und Günter Jansen sind im Urlaub im niederrheinischen Wallfahrtsort Goch. Dort, im Geburtsort des Heiligen Arnold Janssen, findet an diesem Wochenende die bundesweit erste Reisemobilwallfahrt statt.
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