Würzburger Priester suspendiert

Ex-Generalvikar gesteht Fehler

Der Würzburger Bischof Franz Jung hat einem Ruhestandspriester seines Bistums im Zusammenhang mit Missbrauch die Ausübung priesterlicher Dienste verboten. Der einstige Generalvikar Thomas Keßler räumte in dem Zusammenhang Fehler ein.

Würzburger Sankt Kilian Dom / © N.N. (KNA)
Würzburger Sankt Kilian Dom / © N.N. ( KNA )

Das Verbot der Ausübung priesterlicher Dienste sei "wegen des Mangels an erforderlicher Empathie im Gespräch mit einer Opferangehörigen und im Hinblick auf dessen früheres Verhalten" geschehen und gelte ab sofort, teilte Jungs Pressestelle mit.

Bischof Franz Jung in einer Kirche / © Julia Steinbrecht (KNA)
Bischof Franz Jung in einer Kirche / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Der Priester war demnach bereits 2011 von seinen Aufgaben im Bereich der Diözese Würzburg entbunden und in den Ruhestand versetzt worden. Damals habe er eingestanden, Anfang der 1980er Jahre sexuelle Kontakte zu einer noch jugendlichen Person gehabt zu haben.

Früherer Generalvikar räumt Fehler ein

Das Bistum verwies dazu auf eine eigene Pressemeldung von 2011. Darin hatte demnach der damalige Ansprechpartner in der Diözese Würzburg für Opfer sexuellen Missbrauchs, Klaus Laubenthal, zu dem Fall erklärt: "Da die Vorwürfe knapp 30 Jahre zurückliegen, sind sie im strafrechtlichen Sinne verjährt." Dies habe später auch die Staatsanwaltschaft festgestellt, ebenso die Glaubenskongregation in Rom für das kirchliche Strafrecht.

Thomas Keßler / © Pow (KNA)
Thomas Keßler / © Pow ( KNA )

"Seit Januar 2018 nahm der Priester mit eingeschränkter Erlaubnis Aushilfen wahr, wenn er angefragt wurde", hieß es vom Bistum jetzt weiter. Die Erlaubnis habe der damalige Ständige Vertreter des Diözesanadministrators und einstige Generalvikar Thomas Keßler erteilt. Das halte Keßler heute für falsch und bitte um Entschuldigung.

Bistum Würzburg kritisiert Aussetzung der Sonntagsgottesdienste

Die Aussetzung der Sonntagsgottesdienste einer katholischen Gemeinde in Aschaffenburg wegen des Missbrauchsskandals stößt auf Kritik der Würzburger Bistumsleitung. Die Solidaritätsaktion sei grundsätzlich unterstützenswert, sagte Generalvikar Jürgen Vorndran am Freitag vor Journalisten in Würzburg. Aber es sei nicht richtig, dafür drei Wochen lang keine Sonntagsmesse zu feiern.

Gotteslob auf einer Kirchenbank / © Harald Oppitz (KNA)
Gotteslob auf einer Kirchenbank / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA