Bischof Bode fordert Gesprächsbereitschaft in Impfdebatte

"Wir müssen beieinanderbleiben"

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode hat die Bürger aufgefordert, trotz gesellschaftlicher Auseinandersetzungen um das Impfen miteinander im Gespräch zu bleiben. Es dürfe seiner Ansicht nach keiner ausgegrenzt werden.

Bischof Franz-Josef Bode / © Lars Berg (KNA)
Bischof Franz-Josef Bode / © Lars Berg ( KNA )

Diejenigen, die sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wollen, dürften sich nicht ausgeschlossen fühlen, sagte Bode dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Wir müssen beieinanderbleiben", betonte der Bischof.

Dennoch müsse immer wieder darauf hingewiesen werden, dass es gefährlich sei, sich nicht impfen zu lassen. "Ich gucke auf unsere Krankenhäuser. Die sind voll von Ungeimpften, zum Teil von schwer Erkrankten, wodurch andere Leidende dort keinen Platz mehr finden", sagte Bode.

Eine Sache der Vernunft und der Nächstenliebe

Sich impfen zu lassen sei eine Sache der Vernunft und der Nächstenliebe. "Es wird eben schwierig, wenn die Krankenhäuser keine Patienten mehr aufnehmen können." Deshalb müssten weiterhin möglichst niedrigschwellige Impfangebote gemacht werden. Auch die Kirchen beteiligten sich daran.

Der Bischof rät Menschen, die aufgrund der Corona-Pandemie oder der Klimakrise unter Ängsten leiden, sich weder in Aktivismus zu flüchten noch in der Isolation zu verharren. Er halte es für wichtig, immer wieder auch innezuhalten, etwa sich morgens dankbar zu zeigen für das Leben - und abends zurückzuschauen auf die Dinge, die gelungen seien. "Und wir brauchen Menschen, mit denen wir sprechen können."

Dafür böten die Kirchen wertvolle Möglichkeiten wie etwa die Telefonseelsorge. Viele Menschen nutzten in dieser Zeit auch die Kirchenräume, um zur Ruhe zu kommen und Kerzen anzuzünden.

Autor/in:
Martina Schwager
Quelle:
epd