DOMRADIO.DE: Sie haben gerade die zweitausendste Ausgabe des "Mittwochgesprächs" absolviert und gefeiert. Das ist ein offenes Forum, das nicht nur religiöse Themen behandelt. Besteht darin das Erfolgsgeheimnis, dass Sie thematisch und auch von den Gästen her so breit aufgestellt sind?
Dr. Peter Krawczack (Leiter des Maxhauses in Düsseldorf und verantwortlich für das "Mittwochgespräch"): Ich glaube, dass man das so sagen darf. Ich möchte vor allem auf Monsignore Dr. Carl Klinkhammer hinweisen, der das "Mittwochgespräch" mitgegründet hat. Im November 1961 hat das erste Gespräch stattgefunden. Klinkhammer hat es damals auch genutzt, um in der Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils theologische Themen, die auf der Tagesordnung standen, mit einem Publikum hier in Düsseldorf zu besprechen.
Im Laufe der Zeit hat sich daraus eine Art Stadtgespräch entwickelt. Klaus Allofs, der ja auch in Köln gespielt hat, ist zum Beispiel Messdiener gewesen. Mit ihm konnte man über seinen christlichen Ursprung und seine Werte sprechen und gleichzeitig auch auf den Fußball schauen. Das ist vielleicht auch Teil des Erfolgsrezepts.
Ich darf einmal die "Rheinische Post" zitieren, die getitelt hat, dass das "Mittwochgespräch" relevant bleibt. Es geht also nicht nur um theologische Themen, sondern auch darum, von einem christlichen Standpunkt aus – in einem katholischen Haus – auf Themen der Zeit zu schauen und darüber miteinander ins Gespräch zu kommen, nachdem es zuvor einen Impuls gegeben hat.
DOMRADIO.DE: Welcher Gast ist Ihnen ganz besonders im Gedächtnis geblieben? Sie leiten das Mittwochgespräch jetzt ja seit fast fünf Jahren.
Krawczack: Eine ganze Menge. Mir fällt spontan Dr. Thomas Arnold ein, der lange die Katholische Akademie in Dresden geleitet hat und jetzt im Innenministerium arbeitet. Ich hatte ihn zum Tag der Deutschen Einheit eingeladen. Thomas Arnold hat aus katholischer Perspektive sehr kritisch auf die Veränderungen in den neuen Bundesländern geschaut.
Die AfD war natürlich auch Thema. Er hat deutlich gemacht, dass bei der Wiedervereinigung etwas gefehlt hat: nämlich unser Interesse im Westen an dem, was die Menschen dort geleistet haben, also ihre Geschichte, ihre Erzählung, ihr Narrativ. Das gilt es nachzuholen. Dann kommen wir vielleicht noch besser miteinander aus.
DOMRADIO.DE: Bleibt das Format so oder haben Sie auch Änderungen geplant?
Krawczack: "Never change a running system", könnte man sagen. Es läuft gut. Aber beim ersten "Mittwochgespräch" mit Pater Läppich haben Menschen draußen zugehört, weil man keinen passenden Saal gefunden hatte. Da müssen etwa 500 Menschen zusammengekommen sein. Diese Zahlen erreichen wir derzeit nicht.
Auch die Uhrzeit ist ein Thema. Das Mittwochgespräch beginnt traditionell um 18 Uhr – und das ist bis heute so. Aber Teile der Bevölkerung, die um diese Zeit noch keinen Feierabend haben, müssen wir natürlich ebenfalls erreichen.
Und ich glaube – und daran arbeiten wir bereits –, dass sich das Format noch stärker in Richtung eines echten Gesprächs entwickeln muss, so wie es der Name "Mittwochgespräch" ja schon sagt: Also nicht nur ein 60- oder 45-minütiger Frontalvortrag, sondern mehr Austausch und mehr Gespräch.
Außerdem haben wir einen neuen Weg ausprobiert. Das "Mittwochgespräch" gibt es jetzt auch als Podcast. Wer einmal reinhören möchte, findet ihn auf allen gängigen Plattformen. Bisher haben wir einmal im Monat ein "Mittwochgespräch" veröffentlicht. Das nächste wird sich mit dem 2000. Gespräch beschäftigen. Und mich treibt besonders die Frage um, wie es gelingt, auch eine jüngere Zielgruppe zu erreichen.
Aber wie gesagt – um noch einmal die "Rheinische Post" zu zitieren: Das "Mittwochgespräch" bleibt in Düsseldorf relevant.
Das Interview führte Carsten Döpp.