Weltkirchenrat verurteilt Krieg der USA und Israels gegen den Iran

"Krieg ist mit Gottes Wesen unvereinbar"

Der Weltkirchenrat sowie weitere ökumenische Bünde verurteilen den Krieg der USA und Israels gegen den Iran scharf. Es gebe keine göttliche Erlaubnis zum Töten, Zerstören oder Besetzen. Die Kirchen fordern ein Ende der Gewalt.

Eine Frau mit den Farben der iranischen Flagge im Gesicht / © Alexandros Michailidis (shutterstock)
Eine Frau mit den Farben der iranischen Flagge im Gesicht / © Alexandros Michailidis ( shutterstock )

Der Weltkirchenrat und andere ökumenische Bünde haben den Angriff der USA und Israels auf den Iran als Gefahr für den Frieden in der Region und der Welt verurteilt. Die brutale Logik des Krieges sei abzulehnen und das Geschenk des Friedens zu suchen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) am Montag in Genf veröffentlichte. 

Sitzungssaal bei der 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen / © Anne Ackermann (KNA)
Sitzungssaal bei der 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen / © Anne Ackermann ( KNA )

Die Erklärung betont, dass Christen keine göttliche Erlaubnis zum Töten, Zerstören, Vertreiben oder Besetzen anerkennen. Krieg sei "mit Gottes Wesen und seinem Willen für die Menschheit unvereinbar". 

Die Bünde kritisierten die Verletzungen des humanitären Völkerrechts in dem Konflikt. Die Kriegsparteien müssten aus moralischer und rechtlicher Verpflichtung heraus Zivilisten vor Schaden schützen.

Christen sind gefährdet

Die Erklärung weist darauf hin, dass der Konflikt Leben und Wohlergehen von Menschen, Gemeinschaften und Gesellschaften in der gesamten Region schädige. Auch Kirchen und christliche Gemeinschaften seien mit Gefahren konfrontiert. Die gemeinsamen Angriffe Israels und der USA auf den Iran seien nach Völkerrecht eindeutig illegal. 

Vertriebene, die vor israelischen Luftangriffen in Dahija, einem südlichen Vorort von Beirut, geflohen sind, schlafen auf dem Märtyrerplatz in der Innenstadt von Beirut.  / © Bilal Hussein (dpa)
Vertriebene, die vor israelischen Luftangriffen in Dahija, einem südlichen Vorort von Beirut, geflohen sind, schlafen auf dem Märtyrerplatz in der Innenstadt von Beirut. / © Bilal Hussein ( dpa )

Die Erklärung fordert, dass Israel und den USA nicht gestattet werden dürfe, Verwüstung anzurichten und dies als Frieden zu bezeichnen. "Sie müssen die Verantwortung für die Folgen ihres Handelns übernehmen, einschließlich der Folgen für die Zukunft des iranischen Volkes, dessen Freiheit sie angeblich fördern wollen", heißt es in der Erklärung.

Neben dem ÖRK stehen die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen, der Middle East Council of Churches, das Hilfsnetzwerk ACT Alliance und andere Organisationen hinter dem Aufruf. Die USA und Israel hatten Ende Februar eine massive Militärkampagne gegen den Iran begonnen. Das iranische Regime reagierte mit Angriffen auf US-Einrichtungen und zivile Objekte in mehreren Staaten der Region und Attacken auf Israel. 

Quelle:
epd