Ein Zeichen der Solidarität mit den Menschen im Iran hat in Dortmund ein Gottesdienst der westfälischen Kirche gesetzt. Der persischsprachige Seelsorger für Westfalen, Mehrdad Sepehri Fard, rief nach Angaben des Oikos-Instituts vom Samstag Christen auf, iranischen Glaubensschwestern und -brüdern eine Stimme zu geben und an ihrer Seite zu stehen. Sie litten seit Jahrzehnten unter Drohungen, Unterdrückung, politischer Verfolgung, Folter und Mord.
"Bei Unrecht nicht schweigen und wegschauen"
"Wir dürfen nicht schweigen und wegschauen, wenn Unrecht herrscht und Menschen wegen ihres Glaubens verfolgt, verhaftet oder sogar hingerichtet werden", mahnte Sepehri Fard, der mit seiner Familie wegen Verfolgung vor einigen Jahren sein Heimatland verlassen hat. Kirche müsse "laut sein", wenn es um Menschenrechte gehe und für Gerechtigkeit eintreten.
Das iranische Volk lebe seit 47 Jahren "als Geisel unter der Herrschaft der Islamischen Republik", sagte Sepehri Fard von der Fachstelle "Seelsorge für persischsprachige Christen" der westfälischen Kirche. Immer wieder seien Menschen im Land auf die Straße gegangen, um für grundlegende Menschenrechte und Freiheit zu demonstrieren. Das Regime habe darauf mit Drohungen Verhaftungen, Folter und Mord geantwortet.
Fotos von getöteten Menschen
Im Gottesdienst, der unter dem Titel "Ihr seid nicht allein", am Freitagabend in der Dortmunder Marienkirche stattfand, waren den Angaben zufolge Fotos von getöteten Menschen im Iran zu sehen. Dazu brannte eine große Kerze. Am Ende des Gottesdienstes wurde das Kerzenlicht aus der Kirche in die Fußgängerzone getragen, gemeinsam wurde ein iranisches Friedenslicht gesungen.
Im Gottesdienst wirkte auch der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche von Westfalen, der Bielefelder Superintendent Christian Bald mit. Eingeladen dazu hatte der Kirchenkreis Dortmund und das landeskirchliche Okos-Institut für Mission und Ökumene.