Papst dankt Reporter für Schnappschuss vor Plattenladen

"Was ich am meisten vermisse ..."

Papst Franziskus erklärt nach seinem Spontanbesuch in einem römischen Plattenladen, ihn habe der Schnappschnuss in Schwierigkeiten gebracht. Dabei lässt das Kirchenoberhaupt auch erkennen, was ihm fehlt.

Papst Franziskus vor einem Plattenladen in Rom (VN)
Papst Franziskus vor einem Plattenladen in Rom / ( VN )

Papst Franziskus hat sich bei einem Reporter bedankt, der ihn beim Überraschungsbesuch in einem römischen Plattenladen fotografierte. Der Schnappschuss verbreitete sich am Dienstagabend weltweit in den sozialen Netzwerken. Es sei richtig, dass der Mann von "Rome Reports" "seine Arbeit gemacht" habe. "Auch wenn dies den Papst in Schwierigkeiten gebracht hat", so das Kirchenoberhaupt in scherzhaftem Ton.

Papst wünscht sich mehr Privatsphäre

Allerdings müsse man zugeben, dass es Pech gewesen sei, "nach all den Vorsichtsmaßnahmen" ausgerechnet auf einen Journalisten zu treffen, der in der Taxischlange gewartet habe. Franziskus räumte ein, dass er manchmal gerne mehr Privatsphäre hätte: "Was ich am meisten vermisse, ist, dass ich nicht mehr durch die Straßen gehen kann – so wie ich es früher in Buenos Aires getan habe."

Vatikanexperte Ulrich Nersinger erläutert im Interview mit DOMRADIO.DE, dass es sich so in der Etikette festgesetzt habe, dass der Papst nicht einfach durch Rom spaziert. Es komme bei den jeweiligen Päpsten nur sehr selten vor, so Nersinger: "Wir haben das bei Paul VI. schon mal erlebt, dass er einen kranken Kardinal aufgesucht hat. Wir haben das auch bei Johannes Paul II. gesehen, der dann ja später auch Skiurlaub in den Abruzzen machte."

Der Vatikanexperte weiß, dass Franziskus den Plattenladen mit ihren Besitzern und Kindern bereits kennt. "In der Zeit als er noch Kardinal war, ist er wohl häufiger Besucher dort gewesen. Er hat sich für klassische Musik interessiert, heißt es und hat ein gutes Verhältnis zu dieser Familie aufgebaut. Er hat versprochen, wenn er mal Papst ist, kommt er auch vorbei", erklärt Ulrich Nersinger.

Quelle:
KNA , DR