Zehn Bischöfe in zehn Tagen an Corona gestorben

Virus macht vor der Kirche nicht halt

Eine traurige Marke: In den vergangenen zehn Tagen sind zehn katholische Bischöfe am Coronavirus oder an den Folgen der Infektion gestorben. Der jüngste war 53, der älteste 91 Jahre alt. Alleine am vergangenen Mittwoch starben vier Bischöfe.

Trauer um verstorbene Bischöfe / © Helga Grimo (shutterstock)
Trauer um verstorbene Bischöfe / © Helga Grimo ( shutterstock )

Cástor Oswaldo Azuaje (†69, 8.1.21): In Venezuela trauert die Kirche um den im Alter von 69 Jahren an den Folgen einer Covid-19-Infektion gestorbenen Bischof Azuaje aus der Diözese Trujillo. Kardinal Baltazar Porras würdigte die Verdienste des aus dem Bundesstaat Zulia stammenden Geistlichen. Azuaje sei ein spiritueller Anführer in der Andenregion des Landes gewesen, hieß es am Freitag seitens der Venezolanischen Bischofskonferenz. Er ist der erste Bischof, der in Venezuela am Virus verstarb.

Adam Dyczkowski (†88, 10.1.21): Der emeritierte Bischof (1993 bis 2007) von Zielona Góra-Gorzów kam am 29. Dezember mit einer Corona-Infektions ins Krankenhaus, er verstarb Anfang Januar. In der Polnischen Bischofskonferenz war er in mehreren Funktionen tätig, unter anderem als Vorsitzender der Pastoralkommission für das Gesundheitswesen.

Luis Adriano Piedrahíta Sandoval (†74, 11.1.21):  Der kolumbianische Geistliche diente seit 2014 als Bischof der Diözese Santa Marta. Nach Komplikationen in Folge seiner Covid-Erkrankung starb er im Krankenhaus seiner Bischofsstadt Santa Marta.

Oscar Rizatto (†91, 11.1.21): Der Kurienerzbischof war Almosenmeister von zwei Päpsten. Wie die Internetseite "Vatican News" mitteilte, starb Rizzato in Padua, wo er zuletzt lebte. Von 1989 bis 2007 amtierte der aus dem Bistum Padua stammende Geistliche als Leiter der Apostolischen Almosenverwaltung, die auch für soziale Dienste am Vatikan zuständig ist.

Florentin Crihalmeanu (†61, 12.1.21): Der Bischof der mit Rom verbundenen griechisch-katholischen Diözese Cluj-Gherla (dt. Klausenburg-Neuschloss) im rumänischen Siebenbürgen ist an den Folgen einer Covid-Erkrankung gestorben. Er starb laut der Presseagentur Kathpress in einem Kloster in Cluj-Napoca nach einer akuten Herz-Atem-Krise. Eigentlich hatte sich der Zustand des Bischofs nach seiner Infektion Anfang Januar bereits verbessert, bevor er nun unerwartet und plötzlich starb.

Eusebio Kardinal Scheid (†88, 13.1.21): Der Deutschbrasilianer war Alterzbischof von Rio de Janeiro. Scheid sei seit einigen Tagen in einem Krankenhaus im Hinterland des Bundesstaates Sao Paulo wegen einer Lungenentzündung infolge einer Covid-19-Ansteckung behandelt worden, teilte die dortige Diözese Sao Jose dos Campos mit. Wegen der Pandemie gäbe es weder eine Totenwache noch eine Messe zu Ehren des Verstorbenen Kardinals. Papst Franziskus würdigte den Verstorbenen als "größzügigen Seelsorger.

Philip Tartaglia (†70, 13.1.21): Der amtierende Erzbischof von Glasgow in Schottland starb mit 70 Jahren nach seiner Corona-Infektion, wie das Erzbistum auf seiner Website bestätigte. Tartaglia leitete das schottische Hauptstadterzbistum seit 2012. Kurz nach Weihnachten wurde er positiv auf Covid-19 getestet und begab sich in Selbstisolation. Die genaue Todesursache steht dem Erzbistum zufolge noch nicht fest. Es liegt nun an Papst Franziskus, einen neuen Erzbischof zu ernennen. Bis dahin wird die Erzdiözese von einem Administrator geleitet.

Moses Hamungole (†53, 13.1.21): Mit nur 53 Jahren verstarb der Bischof von Monze in Sambia an einer Covid-Erkrankung. Seit 2014 hatte er die Leitung des Bistums inne, von 2010 bis 2014 leitete er verschiedene Sprachredaktionen von Radio Vatikan in Rom. Seine Kollegen verabschiedeten sich mit einer persönlichen Botschaft auf ihrer Internetseite "Vatican News".

Mario Cecchini (†87, 13.1.21): Von 1986 bis 1998 leitete er als Bischof das italienische Bistum Fano-Fossombrone-Cagli-Pergola. Er starb knapp zwei Wochen vor seinem 88. Geburtstag im Altenstift Opera Pia Mastai Ferretti in Senigallia an einer Corona-Infektion.

Abel Gabuza (†64, 17.1.21): Ér war ernannter Nachfolger von Durbans Kardinal Wilfrid Fox Napier (79). Der Bischof erlag am Sonntag den Folgen einer Covid-19-Infektion, wie die in Johannesburg erscheinende Zeitung "Sunday Times" berichtet. Papst Franziskus hatte den vormaligen Bischof von Kimberley Ende 2018 zum Koadjutorerzbischof ("Helfer" des Amtsinhabers) im südafrikanischen Erzbistum Durban ernannt. Mit dieser Ernennung ist ein Nachfolgerecht verbunden.

Quelle:
DR , KNA , VN
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