Viele unserer Glückssymbole stammen aus der Natur

Das Glück kann man pflücken

Vierblättriges Kleeblatt, Marienkäfer oder Fliegenpilz. Glücksbringer aus der Natur begleiten Menschen seit Generationen. Was sie symbolisieren und warum ihnen Glück zugeschrieben wird, hat oft mit Tradition und Aberglauben zu tun.

Autor/in:
Heike Sicconi
Vierblättriges Kleeblatt / © Tulubulu design (shutterstock)
Vierblättriges Kleeblatt / © Tulubulu design ( shutterstock )

DOMRADIO.DE: Es gibt zahlreiche Glücksbringer in der Natur. Was fällt Ihnen bei den Pflanzen als Erstes ein? 

Dr. Christian Weingarten (Umweltbeauftragter im Erzbistum Köln): Da denkt man natürlich an das vierblättrige Kleeblatt. Symbolisch ist es am einfachsten, man findet es fast nie. Ich habe noch nie eines gefunden. Wenn man aber eins findet, dann ist es wirklich ein Erfolg und soll Glück bringen.

Christian Weingarten

"Die Bauern haben sich damals gefreut, wenn die Käfer aufgetaucht sind, weil sie nützliche Schädlinge fressen".

Christian Weingarten / © Tobias Fricke (DR)
Christian Weingarten / © Tobias Fricke ( DR )

DOMRADIO.DE: Ich habe monatelang gebraucht, um mal ein vierblättriges Kleeblatt zu finden. Ist es womöglich genau diese Seltenheit, die sein Geheimnis ausmacht?

Weingarten: Sowohl als auch. Symbole wie der Marienkäfer sind weit verbreitet. Die Bauern haben sich damals gefreut, wenn die Käfer aufgetaucht sind, weil sie nützliche Schädlinge fressen. Deshalb haben sie den Marienkäfer als Glücksbringer anerkannt. Der Name "Marienkäfer" spielt auf das "Himmelsboot" an. Auch wenn die Käfer häufig vorkommen, gilt es als Glück, wenn sie im Garten zu sehen sind.

Marienkäfer auf einer Pflanze / © its_akphotographer (shutterstock)
Marienkäfer auf einer Pflanze / © its_akphotographer ( shutterstock )

DOMRADIO.DE: Wie hat es das vierblättrige Kleeblatt geschafft, Glücksbringer zu werden?

Weingarten: Ich denke, weil es ganz viele Menschen gab, die danach gesucht haben, und weil es wirklich so selten ist. Ganz wichtig dabei ist, dass man sagt, es bringe nur Glück, wenn es wirklich echt ist. Wenn man es selber anpflanzt, dann bringt es kein Glück.

DOMRADIO.DE: Also dieses kleine Töpfchen, das ich zu Silvester geschenkt bekommen habe, zählt nicht?

Weingarten: Nach traditionellem Aberglauben gilt das eher nicht. Man muss es selber finden und glücklich sein, wenn man dann eins findet. 

Christian Weingarten

"Seine Bedeutung kommt daher, dass er historisch für seine leicht berauschende Wirkung bekannt war und so einen kleinen Glücksmoment versprochen hat."

DOMRADIO.DE: Gibt es sonst noch irgendetwas aus dem Pflanzen- oder Tierreich, das als Glücksbringer gilt?

Weingarten: Der Fliegenpilz, der oft als kleines Silvester-Töpfchen verschenkt wird, gilt ebenfalls als Glücksbringer. Seine Bedeutung kommt daher, dass er historisch für seine leicht berauschende Wirkung bekannt war und so einen kleinen Glücksmoment versprochen hat. Heute weiß man: Man sollte ihn nicht essen, denn er ist sehr giftig.

Christian Weingarten

"Wenn ich mal ein Kleeblatt finde, werde ich mich sehr freuen".

DOMRADIO.DE: Glauben Sie an diese Glücksbringer aus der Natur?

Weingarten: Wenig, aber ich freue mich sowohl über die Marienkäfer, weil ich selber Gärtner bin und weiß, wie bedeutsam sie sind, wenn sie meine Blattläuse von den Pflanzen wegfressen. Von daher glaube ich, ist auch immer etwas Schönes dabei.

Und wenn ich mal ein Kleeblatt finde, werde ich mich sehr freuen.

Das Interview führte Heike Sicconi.

Quelle:
DR

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