Tausende demonstrieren in Düsseldorf gegen Höcke-Auftritt

Auch die Kirchen sind dabei

Mehrere tausend Menschen gehen in Düsseldorf gegen den ultrarechten thüringischen AfD-Chef Höcke auf die Straße und äußern breiten Protest. Auch die Kirchen nehmen daran teil und warnen vor "Feinden der Demokratie".

"Es gibt keine Solidarität von Rechts" steht auf einem Banner bei einer Demonstration für Demokratie und Menschenrechte am 1. Februar 2025 in Leipzig / © Dominik Wolf (KNA)
"Es gibt keine Solidarität von Rechts" steht auf einem Banner bei einer Demonstration für Demokratie und Menschenrechte am 1. Februar 2025 in Leipzig / © Dominik Wolf ( KNA )

In Düsseldorf haben am Montagabend mehrere tausend Menschen gegen einen Auftritt des rechtsextremen AfD-Politikers Björn Höcke demonstriert. An fünf verschiedenen Orten gab es Kundgebungen und Demonstrationszüge zum Veranstaltungsort der AfD. Die Gegenveranstaltungen eines breiten Bündnisses aus Kirche, Politik und Zivilgesellschaft standen unter dem Motto "Für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Nächstenliebe". 

Blick auf Düsseldorf / © Mikhail Markovskiy (shutterstock)
Blick auf Düsseldorf / © Mikhail Markovskiy ( shutterstock )

Der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Düsseldorf, Heinrich Fucks, warf der AfD vor, sie verbreite eine Stimmung, die spalte und Furcht verbreite. "Die Feinde der Demokratie spielen die Klaviatur des Hasses und der Spaltung", sagte der Theologe. Sie säßen in vielen Parlamenten und versuchten, die rechtsstaatliche Ordnung und die Demokratie zu unterminieren. 

"Wir stehen für Vielfalt, Demokratie, Rechtsstaat, Menschenrechte, Nächstenliebe, Menschlichkeit und ein Leben in Würde", betonte Fucks. Gott mache Mut zur Menschlichkeit: "Hass ist nicht das letzte Wort."

Vielfältiger Protest

An einer Kundgebung in der evangelischen Bonhoeffer-Kirche nahmen mehrere hundert Menschen teil, darunter Vertreter von diakonischen Einrichtungen und Mitarbeiter des Deutschen Evangelischen Kirchentags, der 2027 in Düsseldorf zu Gast ist. 

Monsignore Oliver Boss  / © Mathias Peter (DR)
Monsignore Oliver Boss / © Mathias Peter ( DR )

Auch der stellvertretende katholische Stadtdechant Monsignore Oliver Boss sowie ein Vertreter der Düsseldorfer Muslime, Redouan Aoulad-Ali, waren vor Ort. Eingeladen hatten die örtliche Kirchengemeinde und der Düsseldorfer Rat der Religionen. 

Zu den Protesten hatten der "Düsseldorfer Appell", das "linke Bündnis Düsseldorf stellt sich quer", die Bürgerinitiative "Garath tolerant und weltoffen" sowie der örtliche DGB und zahlreiche weitere Verbände, Vereine und Organisationen aufgerufen. 

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel, appellierte an die Teilnehmenden, ein Zeichen gegen menschenverachtende Hetze und für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Vielfalt zu setzen. Derzeit seien Zusammenhalt und Mut zur Menschlichkeit nötig, sagte er. "Björn Höcke steht genau für das Gegenteil."

Am Sonntag hatten bereits in Dortmund etwa 3.000 Menschen gegen einen Höcke-Auftritt demonstriert. Dessen Auftritt in Düsseldorf-Garath erfolgte auf Einladung des AfD-Kreisverbands Düsseldorf. In Garath hatte die AfD bei der letzten Kommunalwahl 26 Prozent der Stimmen erreicht.

Quelle:
epd