Bischof Bätzing warnt eindringlich vor der AfD

Deutliche Worte zum Auftakt der Vollversammlung

Der scheidende Vorsitzende der Bischofskonferenz findet zu Beginn der Vollversammlung klare Worte und warnt vor der AfD. Außerdem äußerte sich Bischof Bätzing dazu, wer in der katholischen Kirche Entscheidungen treffen darf.

Bischof Bätzing (DR)
Bischof Bätzing / ( DR )

Der scheidende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Georg Bätzing, hat eindringlich vor der AfD gewarnt. Wer die Wahlprogramme der Partei studiert habe, wisse, was auf die Gesellschaft zukommen könne, wenn diese Kräfte in politische Verantwortung träten und Regierungsverantwortung bekämen, sagte er am Montag in Würzburg. Bätzing äußerte sich zum Auftakt der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischöfe.

In Limburg habe er sich die Stände verschiedener Parteien angeschaut, sagte Bätzing. "Mir wird Angst, wenn ich vor einem AfD-Wahlstand stehe." Die Partei stilisiere sich schon optisch als Opfer, indem sie etwa Sicherheitsleute vor dem Stand positioniere. Die demokratische Mitte im Land müsse Bündnisse schließen. 

Symbolbild AfD Wahlplakat / © Hendrik Schmidt (dpa)
Symbolbild AfD Wahlplakat / © Hendrik Schmidt ( dpa )

Die großen Probleme dieser Zeit müssten gelöst werden. Das gehe nicht alleine in Deutschland, aber auch hier müssten Lösungen nach vorn gebracht werden. Das Land solle rechtsstaatlich, freiheitlich, weltoffen, solidarisch und fest in Europa verwurzelt bleiben.

Erklärungen reichen nicht mehr

Bätzing erinnerte zudem an die Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz "Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar" aus dem Frühjahr 2024. Diese Erklärung habe Wirkung gezeigt, aber Erklärungen alleine reichten nicht mehr aus. "Wir müssen Menschen in unserem Land aktivieren, für Demokratie und Menschenwürde aufzustehen und sich zu engagieren", so der Bischof.

Er sei allerdings persönlich gegen ein AfD-Verbot, ergänzte Bätzing. Die demokratischen Kräfte im Land müssten vielmehr zeigen, dass die Partei überflüssig sei. Denn sie biete nur Scheinlösungen an, keine echten. Zudem sei sie im regieren nicht geübt, sondern nur im kritisieren. Nur durch ein Verbot seien die Wähler der Partei nicht weg, denen die AfD anscheinend aus dem Herzen spreche, was die Probleme im Land angehe.

Kirchenvolk an Entscheidungen beteiligen

Außerdem äußerte sich Bätzing zu der Frage, wer in der katholischen Kirche das Sagen hat. Er rief seine Amtsbrüder dazu auf, das Kirchenvolk an wichtigen Entscheidungen zu beteiligen. "Da wird sich niemand entziehen können", sagte Bätzing am Montag zum Beginn der Frühjahrsvollversammlung der katholischen Bischöfe in Würzburg. 

Medienandrang (DR)
Medienandrang / ( DR )

Dass Bischöfe den Gläubigen Rechenschaft geben müssten, sei keine Erfindung des deutschen Reformprojekts Synodaler Weg, sondern entspreche den weltkirchlichen Vorgaben. Es gehe nicht darum, dass alle Bischöfe immer dieselben Entscheidungen treffen müssten, betonte Bätzing. "Der Bischof entscheidet in seiner Diözese mit seinen synodalen Gremien, und da kann niemand hineingrätschen."

Kritik von Kardinal Marx

Bei der letzten Vollversammlung des Synodalen Wegs Ende Januar in Stuttgart war beschlossen worden, dass ein Beratungs- und Entscheidungsgremium von Bischöfen und Laien künftig die Umsetzung von Reformbeschlüssen in den Bistümern überprüfen soll. Kardinal Reinhard Marx hatte in Stuttgart gewarnt: "Ich möchte so was nicht, dass man bei mir ins Bistum hineinregiert."

Die Bischöfe beraten in Würzburg darüber, ob sie die Satzung der geplanten Synodalkonferenz absegnen. Das neue Gremium auf Bundesebene soll im November seine Arbeit aufnehmen. Einige konservative Bischöfe stellen sich gegen diesen Plan und verweisen auch auf Bedenken der Kirchenleitung in Rom.

Weiter sagte Bätzing, er rechne nicht damit, dass sein Nachfolger eine große Einmütigkeit unter den Oberhirten herstellen könne. "Er möge die Unterschiede, die es gibt, und die Konflikte, die es auch weiter geben wird, so moderieren, dass wir einander verstehen können", so der scheidende DBK-Vorsitzende. "Ich glaube nicht, dass es in naher Zukunft so sein wird, dass wir in allen Fragen, die anstehen, in ganz dieselbe Richtung gehen."

Vorfreude auf Urlaub

Bätzing verriet, dass er sich auf seinen anstehenden Urlaub freue. "Am Freitag fahre ich für eine Woche in den Urlaub." Das mache er aber fast jedes Jahr nach der Vollversammlung. In der Regel treffe er sich einmal im Jahr mit einigen seiner ehemaligen Weihekurskollegen, um gemeinsam Zeit zu verbringen. "Wir werden dann die Situationen von Kirche und Welt nochmal auf die Füße stellen und ordnen", sagte Bätzing.


Neuwahl am Dienstag

Am Dienstag wählen die Bischöfe in der unterfränkischen Domstadt zudem einen neuen Vorsitzenden. Bätzing hatte das Amt seit 2020 inne, möchte aber keine zweite Amtszeit antreten. 

Die Bischöfe befassen sich in Würzburg außerdem mit der Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs, mit dem Dialog zwischen Christen und Muslimen sowie mit weiteren Themen. Am Donnerstag gibt der neue Vorsitzende die Ergebnisse bekannt. 

Quelle:
epd , KNA