Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige hat mit scharfen Worten vor der Wahl der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt gewarnt.
"Nimmt man den Entwurf der AfD in Sachsen-Anhalt für ein mögliches Regierungsprogramm nach der Landtagswahl ernst, wäre es hier mit der freiheitlichen Demokratie und dem Pluralismus, der Religionsfreiheit, wie wir sie kennen, und der Toleranz vorbei", schreibt Feige in seinem vorab veröffentlichten Fastenhirtenbrief, der am Sonntag in allen Gemeinden des Bistums Magdeburg verlesen wird.
Christen müssten sich dann wieder auf autoritäre Verhältnisse einstellen und neu lernen, was es heiße, zusammen mit vielen anderen als Feinde betrachtet und diskriminiert zu werden, fügte der Bischof hinzu. "Was bis vor kurzem undenkbar erschien, ist inzwischen zu einer möglichen Bedrohung geworden."
Zunehmende Verrohung der Gesellschaft
Feige kritisierte eine zunehmende Verrohung in der Gesellschaft. Viele Menschen folgten eher Stimmungen als Argumenten, Hass und Hetze verbreiteten sich.
"Nach wie vor sind Menschen vor Versuchungen nicht gefeit und daher verführ- und manipulierbar. Das hat sich während der Hitler-Diktatur und zu DDR-Zeiten gezeigt und trifft erschreckenderweise auch heute wieder zu."
Der Bischof appellierte an die Christen, die Fastenzeit zu nutzen, um sensibler für sich selbst, die Mitmenschen und das gesellschaftliche Zusammenleben zu werden. "Besinnen wir uns auf unsere christlichen Werte. Widersetzen wir uns jeglichem Extremismus und Populismus, allen nationalistischen und fremdenfeindlichen Tendenzen", schreibt Feige. "Treten wir auch weiterhin entschieden für die unveräußerliche Würde eines jeden Menschen ein, für Gerechtigkeit und Barmherzigkeit, Solidarität und Nächstenliebe, ein tolerantes und friedliches Miteinander."