Magdeburger Bischof Feige warnt eindringlich vor Wahl der AfD

Mit der Religionsfreiheit wäre es vorbei

Ein Ende von Pluralismus, Demokratie und Toleranz erwartet der Magdeburger Bischof Gerhard Feige, falls die AfD in Sachsen-Anhalt an die Regierung kommt. Seine Warnung in seinem vorab veröffentlichten Fastenhirtenbrief ist deutlich.

Bischof Gerhard Feige / © Julia Steinbrecht (KNA)
Bischof Gerhard Feige / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige hat mit scharfen Worten vor der Wahl der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt gewarnt. 

"Nimmt man den Entwurf der AfD in Sachsen-Anhalt für ein mögliches Regierungsprogramm nach der Landtagswahl ernst, wäre es hier mit der freiheitlichen Demokratie und dem Pluralismus, der Religionsfreiheit, wie wir sie kennen, und der Toleranz vorbei", schreibt Feige in seinem vorab veröffentlichten Fastenhirtenbrief, der am Sonntag in allen Gemeinden des Bistums Magdeburg verlesen wird.

Buttons mit dem Logo der AfD / © nitpicker (shutterstock)
Buttons mit dem Logo der AfD / © nitpicker ( shutterstock )

Christen müssten sich dann wieder auf autoritäre Verhältnisse einstellen und neu lernen, was es heiße, zusammen mit vielen anderen als Feinde betrachtet und diskriminiert zu werden, fügte der Bischof hinzu. "Was bis vor kurzem undenkbar erschien, ist inzwischen zu einer möglichen Bedrohung geworden."

Zunehmende Verrohung der Gesellschaft

Feige kritisierte eine zunehmende Verrohung in der Gesellschaft. Viele Menschen folgten eher Stimmungen als Argumenten, Hass und Hetze verbreiteten sich. 

"Nach wie vor sind Menschen vor Versuchungen nicht gefeit und daher verführ- und manipulierbar. Das hat sich während der Hitler-Diktatur und zu DDR-Zeiten gezeigt und trifft erschreckenderweise auch heute wieder zu."

Der Bischof appellierte an die Christen, die Fastenzeit zu nutzen, um sensibler für sich selbst, die Mitmenschen und das gesellschaftliche Zusammenleben zu werden. "Besinnen wir uns auf unsere christlichen Werte. Widersetzen wir uns jeglichem Extremismus und Populismus, allen nationalistischen und fremdenfeindlichen Tendenzen", schreibt Feige. "Treten wir auch weiterhin entschieden für die unveräußerliche Würde eines jeden Menschen ein, für Gerechtigkeit und Barmherzigkeit, Solidarität und Nächstenliebe, ein tolerantes und friedliches Miteinander."

Bistum Magdeburg

Das Bistum Magdeburg zählt zu den jüngsten Bistümern in Deutschland. Die Geschichte des katholischen Glaubens in der Region reicht allerdings zurück bis ins achte Jahrhundert. 

Das Gebiet des Bistums umschließt ein Territorium, das zu den ältesten deutschen Kulturlandschaften zählt. Hier stand die Wiege des Deutschen Reiches und bis heute ruhen hier die ersten deutschen Herrscher: König Heinrich I. in der Stiftskirche von Quedlinburg und Kaiser Otto der Große im Magdeburger Dom, der ersten gotischen Kathedrale diesseits der Alpen. 

Die Kathedrale Sankt Sebastian zwischen Wohnhäusern in Magdeburg / © Dominik Wolf (KNA)
Die Kathedrale Sankt Sebastian zwischen Wohnhäusern in Magdeburg / © Dominik Wolf ( KNA )
Quelle:
KNA