Der Sozialethiker Elmar Nass verlässt die Kölner Hochschule für Katholische Theologie, KHKT, zum Ende des Sommersemesters 2026. Das hat die KHKT-Stiftung als Trägerin der Hochschule mitgeteilt. Der Vorstand der Stiftung erklärte, man bedauere den Schritt "außerordentlich" und schätze Nass fachlich wie persönlich sehr. Zugleich betont die Stiftung, dass er laufende wissenschaftliche Arbeiten weiter betreuen und der Hochschule auch künftig wissenschaftlich verbunden bleiben werde.
Nass spricht in der Stellungnahme von einer schweren Entscheidung. Nach "reiflicher Überlegung und Gebet" habe er sich entschlossen, sich wieder stärker anderen priesterlichen Aufgaben zuzuwenden. Auch er betont, der Hochschule aber verbunden bleiben zu wollen. "Die Idee einer profilierten Theologie an einer kirchlichen Hochschule hat mich von Anfang an begeistert", so der Priester und Sozialethiker. Forschung und Lehre an der KHKT sowie die Begegnungen mit Studierenden und Kolleginnen und Kollegen werde er in guter Erinnerung behalten, heißt es in der Mitteilung der Stiftung.
Erfahrener und präsenter Sozialethiker
Auch der Rektor der Hochschule, Christoph Ohly, erklärte in einer Mitteilung an die Studierenden und das Kollegium der Hochschule, die Entscheidung verdiene Verständnis und Respekt. Zugleich dankte er Nass für dessen Einsatz in Forschung und Lehre. An die KHKT wurde Nass zum Sommersemester 2021 auf den Lehrstuhl für Christliche Sozialwissenschaft und gesellschaftlichen Dialog berufen. Zuvor war er als Professor für Wirtschafts- und Sozialethik an der Wilhelm Löhe Hochschule in Fürth tätig. Von 2015 bis 2020 leitete er dort außerdem das Wilhelm Löhe Ethikinstitut.
Bei DOMRADIO.DE war Nass in der Vergangenheit immer wieder als Gesprächspartner und Autor zu sozialethischen und wirtschaftsethischen Fragen präsent, unter anderem zu den Spannungsfeldern Künstliche Intelligenz, Kirchenasyl oder der wirtschaftlichen Positionierung gegenüber China.
Ausweitung des Studienangebots und Anstieg der Studierendenzahlen
Mit dem Sommersemester 2026 läuft nach Rechtsauffassung der NRW-Landesregierung die staatliche Anerkennung des Magisterstudiengangs an der Hochschule aus. Im Februar 2025 wurde bekannt, dass eine gemeinsame Kommission der Landesregierung und des Heiligen Stuhls ihre Arbeit aufgenommen hat, um Fragen rund um die KHKT "auf freundschaftliche Weise" zu klären.
Seit 2025 bietet die KHKT auch einen Bachelorstudiengang an, der nach Angaben der Hochschule zugleich staatlich und kirchlich anerkannt ist. Die Studierendenzahlen an der Hochschule weichen vom bundesweiten Negativtrend im Bereich der Theologie ab. Nach einem Bericht der Katholischen Nachrichtenagentur stieg die Zahl der Volltheologen binnen sechs Jahren von 46 auf 82.