So wird der Dreikönigstag in Spanien gefeiert

Día de los Reyes Magos

In Spanien und einigen lateinamerikanischen Ländern ist der Dreikönigstag einer der bedeutendsten Weihnachtsfeiertage. Was es mit dem Día de los Reyes Magos auf sich hat, erklärt der Spanier Gonzalo Alejandro Macarro Palozueros.

Autor/in:
Lara Burghardt
Tänzerinnen und Tänzer treten während der traditionellen "Cabalgata de Reyes"-Parade im Rahmen der Feierlichkeiten zum katholischen Dreikönigsfest auf, am 5.1.2026 in Barcelona. / © Emilio Morenatti/AP (dpa)
Tänzerinnen und Tänzer treten während der traditionellen "Cabalgata de Reyes"-Parade im Rahmen der Feierlichkeiten zum katholischen Dreikönigsfest auf, am 5.1.2026 in Barcelona. / © Emilio Morenatti/AP ( dpa )

DOMRADIO.DE: Wie genau wird denn der Día de los Reyes Magos gefeiert? 

Gonzalo Alejandro Macarro Palozueros (gebürtiger Spanier, der seit 12 Jahren in Deutschland lebt): Es fängt schon am Abend davor an mit einer Parade, der sogenannten "Cabalgata". Das ist so wie der Rosenmontagszug, aber zehn Mal größer. Zumindest in Madrid ist er so riesengroß, aber er wird auch in jedem Viertel gefeiert. Da werden auch Süßigkeiten geworfen und da sieht man die Könige. 

Das ist schon die Vorbereitung, weil man weiß: In der Nacht kommen die Könige zu mir nach Hause und bringen mir Geschenke. Natürlich kann man nicht ins Bett gehen und kann kaum schlafen vor lauter Aufregung. Am nächsten Tag ist es dann einfach magisch, weil die Drei Könige da waren und Geschenke gebracht haben.

DOMRADIO.DE: Am Vorabend also die Vorbereitung und am Tag selbst die Geschenke. Welche Traditionen gibt es denn noch? 

Macarro: Am 6. Januar stehen natürlich die Kinder im Mittelpunkt, und es wird gezeigt, welche tollen Sachen die Drei Könige gebracht haben. In Spanien ist der Tag auch ein Feiertag, das heißt, die Familie trifft sich. Wir essen zusammen einen Dreikönigs-Kuchen, "el Roscón de Reyes". 

Der Dreikönigskuchen, traditionelles Festtagsgebäck, das zum 6. Januar, dem Tag der Erscheinung des Herrn (Dreikönigsfest) gebacken wird. Verschiedene Varianten des Kuchens sind heute vor allem in der Schweiz, Frankreich, England und Spanien, Mexiko und New Orleans verbreitet. / © Rhina Guidos/CNS photo (KNA)
Der Dreikönigskuchen, traditionelles Festtagsgebäck, das zum 6. Januar, dem Tag der Erscheinung des Herrn (Dreikönigsfest) gebacken wird. Verschiedene Varianten des Kuchens sind heute vor allem in der Schweiz, Frankreich, England und Spanien, Mexiko und New Orleans verbreitet. / © Rhina Guidos/CNS photo ( KNA )

In dem Kuchen sind zwei Gegenstände versteckt: Eine kleine Figur aus Porzellan, ein kleiner König. Es soll demjenigen Glück bringen, der die Figur in seinem Stück Kuchen findet. Aber es gibt auch die Bohne. Wenn du die erwischst, dann musst du den Kuchen bezahlen. 

DOMRADIO.DE: Dann hoffe ich mal, dass Sie die Bohne nicht bekommen. Sie selbst haben ja eine deutsche Frau und sind Vater von zwei Kindern. Gibt es dann zweimal Geschenke? 

Macarro: Ja natürlich, da haben unsere Kinder großes Glück. Darauf will ich nicht verzichten. Bei uns kommt natürlich das Christkind, aber auch die Drei Könige kommen nach Hause. 

Symbolbild Mädchen mit einem Weihnachtsgeschenk / © YanLev Alexey (shutterstock)
Symbolbild Mädchen mit einem Weihnachtsgeschenk / © YanLev Alexey ( shutterstock )

DOMRADIO.DE: Die Kinder stehen ja im Mittelpunkt bei dem Fest. Was verbinden Sie denn mit diesem Tag, wenn Sie an Ihre Kindheit denken, als Sie das Fest in Madrid gefeiert haben? 

Macarro: Ich verbinde damit Magie. Ich erinnere mich, wie ich mit meinen Geschwistern aufgestanden bin, total aufgeregt. Wir sind ins Wohnzimmer gerannt, haben die Geschenke entdeckt und sind dann schnell zu Mama und Papa. Wir haben sie geweckt und gezeigt, was uns alles gebracht wurde. Dann haben wir auch geguckt, ob die Drei Könige den Schnaps getrunken haben, den wir für sie da gelassen haben oder ob die Kamele die Milch getrunken haben. Das war einfach ein magischer Moment. 

Das Interview führte Lara Burghardt. 

Quelle:
DR

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