Eine theologische Betrachtung zum Dreikönigstag

Von Taten und Worten

Ein Stern veränderte das Leben der drei Weisen aus dem Morgenland. Sie loben Gott mit kostbaren Gaben und inspirieren bis heute Generationen von Menschen. Noch heute ziehen junge Menschen ihrem Vorbild folgend als Sternsinger umher.

Autor/in:
Fabian Brand
Die Sternsinger kommen! Rund um den Jahreswechsel sind überall in Deutschland Kinder in den Gewändern der Heiligen Drei Könige unterwegs, bringen ihren traditionellen Segen und sammeln für Not leidende Gleichaltrige in aller Welt. / © Benne Ochs  (Die Sternsinger)
Die Sternsinger kommen! Rund um den Jahreswechsel sind überall in Deutschland Kinder in den Gewändern der Heiligen Drei Könige unterwegs, bringen ihren traditionellen Segen und sammeln für Not leidende Gleichaltrige in aller Welt. / © Benne Ochs ( Die Sternsinger )

Die schönsten Weihnachtshits: In den vergangenen Wochen liefen im Fernsehen immer wieder Sendungen, in denen Weihnachtslieder gekürt wurden, die am prominentesten oder beliebtesten sind. Schön sind eigentlich alle Weihnachtslieder, weil sie froh und munter klingen und Gott loben, der für uns in Christus Mensch geworden ist. "Lobt Gott, ihr Christen alle gleich", heißt es zum Beispiel in einem Lied. Angesichts des großen Wunders, das sich an Weihnachten ereignet, können wir nur staunen und Gott loben - so, wie es schon die Hirten getan haben.

Die Heiligen Drei Könige in der Krippe auf dem Petersplatz (Archiv) / © Harald Oppitz (KNA)
Die Heiligen Drei Könige in der Krippe auf dem Petersplatz (Archiv) / © Harald Oppitz ( KNA )

Am Dreikönigstag begegnen uns im Evangelium andere Menschen, die sich diesem Lobpreis der Engel und Hirten anschließen. Es sind Menschen, die aus dem Osten kommen. Der Evangelist Matthäus bezeichnet sie als Magier, als Angehörige einer antiken Priesterkaste. Sie waren also Menschen, die in einer Beziehung zu Gott standen, deren Aufgabe es war, zwischen Gott und den Menschen zu vermitteln.

Herausgerissen aus dem Alltag

Diese Menschen werden aus ihrem Alltag herausgerissen, als sie den Stern aufgehen sehen, der sie zum Kind in der Krippe führt. Dorthin brechen sie auf, lassen ihr ganzes Leben in der Heimat zurück. Weil sie wissen, dass sie der Stern zu einem Ort führt, wohin zu gehen es sich lohnt. Und so kommen sie an, finden das Kind und werfen sich vor ihm nieder. Sie bringen ihm Geschenke: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Auf diese Weise kommt ihr Gotteslob zum Ausdruck - weniger in ihren Worten, von denen uns keine überliefert sind, wohl aber in ihren Taten und Geschenken.

Manchmal braucht es gar nicht die großen, festlichen Weihnachtslieder, um Gott damit zu loben. Man kann sein Lob auf den Mensch gewordenen Gott auch durch seine Taten zum Ausdruck bringen. Und das tun in diesen Tagen wieder viele Mädchen und Jungen, die als Sternsingerinnen und Sternsinger auf die Straße gehen. Sie kommen in die Häuser der Menschen, bringen den Segen Gottes. Und sie bitten um eine Spende für die Kinder in Bangladesch, damit die, denen es nicht gut geht, vielleicht ein besseres Leben bekommen.

Dem Evangelium Beine machen

Auch das ist ein Ausdruck des Gotteslobs: Wenn Solidarität handfest wird, wenn wir für Menschen, die in Not sind, eintreten und versuchen, ihnen zu helfen. Wenn wir dem Evangelium Beine machen, nicht nur die Worte hören, sondern sie auch in unserem Handeln und Tun konkret werden lassen. Das ist es, was die Sternsinger tun: Sie folgen dem Ruf des Evangeliums, sich für andere einzusetzen, und sie tun dies, indem sie in diesen winterlichen Tagen von Haus zu Haus gehen.

Gott die Ehre geben, so wie es die Hirten und die Sterndeuter aus dem Osten getan haben: Das ist immer neu die Aufgabe für uns Christinnen und Christen. In den weihnachtlichen Tagen mit den vielen freudigen Gesängen mag das leicht fallen. Aber es ist gut, wenn wir uns auch im Alltag ein Stück dieses Gotteslobs bewahren - nämlich indem wir uns immer wieder daran erinnern, wie die Sterndeuter zur Krippe kommen und sich dort vor dem Kind niederwerfen.

Spendenbox der Sternsinger. / © Marcus Brandt (dpa)
Spendenbox der Sternsinger. / © Marcus Brandt ( dpa )

Sie beten es an, sie erweisen ihm die Ehre. Das ist es, was wir im Gottesdienst machen können, zum Beispiel in der eucharistischen Anbetung. Das ist es aber auch, was wir im Alltag tun müssen, indem wir Gott im Nächsten ehren. Jeder Mensch ist ein Abbild Gottes, und wenn wir die Menschen ehren und lieben, dann loben wir damit unseren Gott, der für uns Mensch geworden ist.

"Es ist so schön, Gott zu loben"

Der große Komponist Michael Haydn soll einmal gefragt worden sein, warum er denn immer neue imposante Messen komponiert und damit nie fertig wird. Seine Antwort lautete: "Weil es so schön ist, Gott zu loben". Lassen wir uns anstecken von dieser Begeisterung für das Lob unseres Gottes. Nehmen wir uns an den Hirten und Sterndeutern ein Beispiel, die zur Krippe kommen, dort den Menschgewordenen Gott verehren und mit dem Lob Gottes auf den Lippen wieder nach Hause zurückkehren.

Und manchmal können wir auch gar nicht anders, als ihn zu loben, weil er uns immer wieder so viel Gutes erweist, weil er uns ein neues Jahr schenkt mit vielen neuen Begegnungen und Menschen. Darum dürfen wir ihn loben. Oder, wie es in einem anderen Kirchenlied heißt: "Gott loben, das ist unser Amt".

Heilige Drei Könige

Vieles an der Geschichte der Heiligen Drei Könige liegt im Dunkeln. Köln wurde Dank ihrer Gebeine zu einem der größten Wallfahrtsorte.

Screenshot: Heilige Drei Könige / © afp (AFP)
Screenshot: Heilige Drei Könige / © afp ( AFP )
Quelle:
KNA