Der Patriarch der serbisch-orthodoxen Kirche, Porfirije, findet sich in einem Rechtsstreit wieder. Wie serbische Medien berichten, hat die Staatsanwaltschaft von Ljubljana in Slowenien Anklage gegen das geistliche Oberhaupt von rund zehn Millionen Christen erhoben.
Hintergrund dürften die Anschuldigungen eines Priesters sein, der der Kirchenführung Misswirtschaft und autoritäres Gebaren am Arbeitsplatz vorwirft. Die Vorwürfe stammen aus Porfirijes Zeit als Metropolit von Zagreb und Ljubljana (2014–2021). Den Berichten zufolge soll der Priester in der slowenischen Hauptstadt "anhaltendem und systematischem Druck" ausgesetzt gewesen sein, nachdem er sich geweigert habe, Falschaussagen hinsichtlich der Kirchenfinanzen zu tätigen.
Dadurch hätten auf Anordnung der Kirchenführung unlautere Methoden in der Buchhaltung verschleiert werden sollen. Zuletzt war die serbisch-orthodoxe Führung auch in Zusammenhang mit den seit Monaten andauernden Studentenprotesten in Serbien in den Fokus der Aufmerksamkeit geraten. Kritiker werfen Porfirije Nähe zur autoritären Regierung von Präsident Aleksandar Vucic vor. Eine Religionsexpertin sprach im Oktober von "spürbarer Selbstzensur und einer Atmosphäre der Angst" in den Kirchenreihen.