Russland lobt Papst Franziskus zu Jahrestag seiner Papstwahl

"Verfechter von Humanismus und Frieden"

Während sich die Ukraine wegen eines umstrittenen Interviews von Papst Franziskus "enttäuscht" zeigt, würdigt Moskau ihn über seine Botschaft am Heiligen Stuhl zum Jahrestag seiner Wahl vor elf Jahren mit überschwänglichen Worten.

Papst Franziskus spricht anlässlich seines elfjährigen Amtsjubiläums bei der Generalaudienz am 13. März 2024 auf dem Petersplatz im Vatikan. / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Franziskus spricht anlässlich seines elfjährigen Amtsjubiläums bei der Generalaudienz am 13. März 2024 auf dem Petersplatz im Vatikan. / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Zum 11. Jahrestag seiner Wahl zum Oberhaupt der katholischen Kirche bekommt Papst Franziskus Glückwunsche aus Moskau. Die russische Botschaft beim Heiligen Stuhl würdigte ihn am Mittwoch auf der Online-Plattform X als "wahren und aufrichtigen Verfechter von Humanismus, Frieden und traditionellen Werten". Franziskus sei "einer der wenigen politischen Führer mit einer wirklich strategischen Sichtweise auf globale Probleme".

Das Lob aus Russland folgt nach umstrittenen Aussagen des Papstes zum Ukraine-Krieg. In einem Interview des Schweizer Fernsehens hatte er der Ukraine "Mut zur weißen Fahne" und zu Verhandlungen unter internationaler Vermittlung nahegelegt. Viele verstanden dies als Aufruf zur Kapitulation. Vatikansprecher Matteo Bruni erklärte später, Franziskus habe "vor allem zu einem Waffenstillstand aufrufen und den Mut zu Verhandlungen wiederbeleben" wollen.

Verstimmungen auf diplomatischer Ebene

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin stellte im Nachgang klar: Die erste Bedingung für Frieden sei "die Beendigung der Aggression". Der Chefdiplomat des Papstes gab überdies zu bedenken, dass sich der Ukraine-Krieg ausweiten und noch mehr Tod und Zerstörung bringen könne. Das Risiko einer atomaren Eskalation sei vorhanden. Auch deshalb dringe der Heilige Stuhl auf eine Verhandlungslösung.

Das Franziskus-Interview führte zu Verstimmungen auf diplomatischer Ebene. Zahlreiche Regierungen meldeten sich zu Wort und übten Kritik. Am Montag bestellte das ukrainische Außenministerium den Papstbotschafter in Kiew, Erzbischof Visvaldas Kulbokas, ein. Der Apostolische Nuntius wurde förmlich darüber informiert, dass die Ukraine von den Worten des Papstes "enttäuscht" sei.

Franziskus als Friedensrufer

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Papst Franziskus (85) um Vermittlung im Krieg mit Russland gebeten. Zuvor hatte dieser mit dem Putin nahestehenden russischen Patriarchen Kyrill I. lange telefoniert. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) zeichnet Stationen von Franziskus' Friedensengagement nach:

2013

März: Kardinal Jorge Mario Bergoglio wird zum Papst gewählt. Er gibt sich in Anlehnung an den "Heiligen der Armen" den Namen Franziskus - ein Novum in der Kirchengeschichte.

Papst Franziskus / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Franziskus / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
KNA