Reporter Johannes Schröer berichtet von der DBK-Vollversammlung

Keine Gleichmütigkeit in der deutschen Bischofsfamilie

In Würzburg hat die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz begonnen. Die Oberhirten müssen einen neuen Vorsitzenden aus ihrer Mitte wählen. Sicher ist dem Nachfolger für Bischof Bätzing schon jetzt das Interesse der Medien.

Autor/in:
Johannes Schröer
 © Andreas Arnold (dpa)
© Andreas Arnold ( dpa )

Über 50 Interviewanfragen liegen auf dem Tisch des Pressesprechers der Deutschen Bischofskonferenz Matthias Kopp – und das, obwohl die angefragte Zielperson noch niemand kennt. Ein Vorsitzender wird gesucht, ein Chef einer Konferenz, die ausschließlich beratende Funktion hat – aber kaum eine Befugnis hat, bindende Beschlüsse zu verabschieden. Und dann gibt es über 50 Interviewanfragen für diesen "Frühstücksdirektor", der am Dienstag von 56 deutschen Bischöfen gewählt wird? 

Der neue Vorsitzende der Bischofskonferenz ist das Gesicht der katholischen Kirche in Deutschland, dafür steht er und genau darum wollen alle dieses neue Gesicht sehen und es interviewen, weil sie wissen wollen, wie es mit der katholischen Kirche in Deutschland weitergeht. 

Pressesprecher Kopp präsentiert frohgemut die Wahlurne (DR)
Pressesprecher Kopp präsentiert frohgemut die Wahlurne / ( DR )

Denn es gibt Streit unter den Bischöfen, keine Einmütigkeit. Was ist katholisch? Wie geht Evangelisierung? Mehr Heiliger Geist statt Zeitgeist. Längst sind Ausdrücke wie Evangelisierung oder Synodaler Weg zu Kampfbegriffen geworden. Konflikt und Auseinandersetzung, das schätzen die Medien – obwohl man unter den Journalisten auch eine gewisse Müdigkeit in Bezug auf die katholischen Streitereien feststellt.

"Ich habe die Aufmerksamkeit der Medien auf unsere Arbeit immer geschätzt", sagt der scheidende Vorsitzende der Bischofskonferenz, Georg Bätzing. Das Miteinander in der Vollversammlung der deutschen Bischöfe habe er immer als schön empfunden. Hm? Ist das so? Nach außen hin hatte man einen anderen Eindruck. Bätzing weiß das und ergänzt schnell, die Bischofstreffen seien wie Familientreffen und wie unter Brüdern habe man sich da auch bischöflich brüderlich gezofft. Denn wie heißt es so schön: Freunde sucht man sich aus, Familie hat man. 

Am Dienstag wissen wir mehr

Jetzt gibt Bätzing sein Amt also ab. Am Freitag werde er zunächst mit seinen Weihekurskollegen in Urlaub fahren. "Da werden wir die katholische Welt auf die Füße stellen", scherzt Bätzing.

Und wer wird nun sein Nachfolger. Unter den Journalisten kursieren Listen, auf denen die heißen Kandidaten unterstrichen sind. Acht Bischöfe sind im engeren Kreis der Kandidaten – und da hat jeder so seinen Favoriten. Am Dienstag wissen wir mehr und über 50 Einzelinterviews wird der neue Vorsitzende nicht geben, garantiert Pressesprecher Matthias Kopp. Stattdessen: Ein Statement für alle, mit der Möglichkeit, Fragen zu stellen. Wie geht es weiter mit der katholischen Kirche? Auf die Antwort dürfen wir gespannt sein.

Quelle:
DR

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