Reliunterricht in Schleswig-Holstein wird vielfältiger

Arbeitskreis soll Diversität schaffen

Im evangelischen Religionsunterricht in Schleswig-Holstein soll künftig religiöse Vielfalt besser abgebildet werden. Dazu werde auf Initiative der Nordkirche am kommenden Sonntag ein interreligiöser Arbeitskreis gegründet.

Erzbistum Hamburg beteiligt sich an Unterricht für alle Religionen / © Friso Gentsch (dpa)
Erzbistum Hamburg beteiligt sich an Unterricht für alle Religionen / © Friso Gentsch ( dpa )

Das teilte Oberkirchenrat Thorsten Dittrich der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Kiel mit. Beteiligt seien Vertreter von Judentum, Islam, Aleviten und der katholischen Kirche.

Hintergrund: Religionsunterricht in Deutschland

Der Religionsunterricht in Deutschland ist als einziges Unterrichtsfach im Grundgesetz abgesichert. Als ordentliches Lehrfach ist er in den meisten Bundesländern den übrigen Schulfächern gleichgestellt. Schüler können sich aber aus Gewissensgründen abmelden.

Schüler im Religionsunterricht / © Peter Steffen (KNA)
Schüler im Religionsunterricht / © Peter Steffen ( KNA )

Ziel sei es, die Positionen der verschiedenen Religionen im evangelischen Religionsunterricht besser zum Ausdruck zu bringen. Die Entwicklung eines gemeinsamen, interreligiös getragenen "Religionsunterrichts für alle", wie er aktuell in Hamburg eingeführt wird, sei hingegen nicht angedacht.

Stärkere Kooperation empfohlen

Laut Dittrich gibt es an schleswig-holsteinischen Schulen derzeit ausschließlich evangelischen und katholischen Religionsunterricht. Juden und Aleviten hätten zwar im Rahmen von Staatsverträgen die Möglichkeit, jeweils eigenen Unterricht anzubieten. Davon machten sie jedoch de facto keinen Gebrauch - nicht zuletzt weil es dafür zu wenige jüdische und alevitische Schüler gebe.

Zusammen mit den Universitäten in Schleswig-Holstein forscht die Nordkirche seit 2013 zur Entwicklung des Religionsunterrichts. Auf dieser Basis wurde ein Maßnahmenkatalog entwickelt, der unter anderem die Gründung des interreligiösen Arbeitskreises vorsieht. Das Papier empfiehlt auch eine stärkere Kooperation von katholischer und evangelischer Kirche.

Die Gründung des Arbeitskreises findet im Rahmen einer Fachkonferenz in Neumünster statt. Dabei wollen Vertreter der Religionsgemeinschaften, der Religionslehrkräfte und Wissenschaftler über die Weiterentwicklung des Religionsunterrichts diskutieren.

 

Quelle:
KNA