Regisseur Iñárritu glaubt an ein spirituelles Leben

"Wo werden wir hingehen?"

"Bardo" heißt der neue Film des mexikanischen Regisseurs Iñárritu, der gerade in deutschen Kinos anläuft. Darin geht es um Migration. Für ihn wirft der Film auch die Frage auf, was die letzte Migration des Menschen sein werde.

Regisseur Alejandro González Iñárritu / © Alberto Ortega (dpa)
Regisseur Alejandro González Iñárritu / © Alberto Ortega ( dpa )

Alejandro Gonzalez Iñárritu (59), mexikanischer Filmemacher, betrachtet sich selbst nicht als religiösen Menschen. "Ich glaube nur an ein spirituelles Leben, das heißt, sich die Dinge zu vergegenwärtigen", sagte er im Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstag). Das Bewusstsein stehe für ihn in "Verbindung zu etwas, was jenseits der materiellen Welt ist".

Film über Migration

Iñárritus neuer Film "Bardo" über einen mexikanischen Journalisten, der in seine Heimat zurückkehrt, ist soeben in den deutschen Kinos gestartet. Unter anderem geht es um Migration. Ihn habe "dieses Bild von Tausenden auf dem Weg in die Staaten immer schon sehr bewegt", erklärte der Regisseur. "Kinder und Mütter und andere Leute in dieser verzweifelten Bewegung, sie riskieren und viele verlieren dabei ihr Leben." Dieser Strom wirke "fast wie eine Wallfahrt oder ein Pilgerzug".

Menschlicher Geist voller Ideen

Das Thema werfe zudem die Frage auf, was die letzte Migration des Menschen sein werde: "Wo werden wir hingehen? Alle haben eine Vorstellung von diesen letzten Momenten, das ist eine zutiefst menschliche Übung", so Inarritu. Er selbst habe vor zehn Jahren zu meditieren begonnen, was sein "ganzes Verständnis der Welt" verändert habe, fügte der Filmemacher hinzu. Den menschlichen Geist erlebe er als "endlose Maschine, die Ideen hervorbringt".

Neuer Film von Oscarpreisträger González Iñárritu in Mexiko abgedreht

Der fünffach Oscar-prämierte mexikanische Regisseur Alejandro González Iñárritu hat einen neuen Film gedreht. Die Dreharbeiten zur nostalgischen Komödie "Bardo (oder Falsche Chronik einiger Wahrheiten)" in Mexiko-Stadt seien abgeschlossen, teilte seine PR-Vertretung am 23.09.2021 mit. 20 Jahre nach seinem ersten Film "Amores Perros" sei der 58-Jährige in seine Heimat zurückgekehrt, hieß es. Es ist sein erster Spielfilm, seit er bei aufeinander folgenden Oscar-Verleihungen 2015 und 2016 für "Birdman" und "The Revenant" jeweils den Regie-Oscar erhielt.

Migranten in Mexiko / © Marco Ugarte (dpa)
Migranten in Mexiko / © Marco Ugarte ( dpa )

Quelle:
KNA
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