Pistorius reagiert auf kirchliche Kritik zu Bundeswehr-Slogan

"Was wirklich zählt, ist Sicherheit"

Ist der Militärdienst wichtiger als der Zivildienst? Gegen diesen Eindruck haben sich Stimmen aus der evangelischen Kirche erhoben. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius reagierte auf diese Kritik und beschwichtigte.

Bundeswehrsoldaten in Litauen: Laut Experten liegt hier eine der Achillesfersen der NATO. Russland könnte nach der Ukraine als erstes hier angreifen, um eine Landverbindung zu seiner Exklave in Kaliningrad herzustellen. / © Michael Kappeler (dpa)
Bundeswehrsoldaten in Litauen: Laut Experten liegt hier eine der Achillesfersen der NATO. Russland könnte nach der Ukraine als erstes hier angreifen, um eine Landverbindung zu seiner Exklave in Kaliningrad herzustellen. / © Michael Kappeler ( dpa )

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat sich zu Kritik aus der evangelischen Kirche an dem Bundeswehr-Werbeslogan "Mach, was wirklich zählt" geäußert. "Wir wollen die junge Generation dafür gewinnen, einen Beitrag zur Sicherheit zu leisten - in dem Land, in dem sie in Freiheit leben", sagte Pistorius dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Samstag). 

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) beim ökumenischen Kirchentag / © Friso Gentsch (dpa)
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) beim ökumenischen Kirchentag / © Friso Gentsch ( dpa )

Das könne bei der Bundeswehr sein oder bei zivilen Organisationen. "Denn, was wirklich zählt, ist Sicherheit. Ohne Sicherheit ist alles nichts." In der evangelischen Kirche hatte es laut RND Kritik an dem Slogan gegeben. Demnach zähle auch, was nicht mit Bundeswehr zu tun habe.

Pistorius: Viele wollen dienen

Klar sei, so Pistorius weiter: "Niemand muss zur Bundeswehr, wenn er oder sie nicht will. Ich weiß jedoch aus Diskussionen mit jungen Frauen und Männern, dass es sehr viele gibt, die sagen: Das Leben in Freiheit ist mir so wichtig, dass ich nach meiner Schulzeit ein paar Monate Dienst leisten möchte."

Bei den Musterungen für den neuen Wehrdienst wird es nach Worten des Ministers keine Demütigungen geben. "Die Mediziner legen fest, welche Untersuchungen notwendig sind", sagte er auf den Hinweis, dass viele Männer vor allem Untersuchungen im Intimbereich in der Vergangenheit als demütigend empfunden hätten. "Und das wird selbstverständlich den Grundsätzen von menschenwürdigem Umgang entsprechen", versicherte Pistorius. 

Quelle:
KNA