Papstbotschafter fordert "radikale Lösungen" für Syrien

"Die Uhr tickt"

Zehn Jahre nach Beginn des Bürgerkriegs in Syrien fordert der Papstbotschafter in dem Krisenland "radikale und rasche Lösungen". Vor den Bäckereien bildeten sich Schlangen, Treibstoff sei kaum verfügbar. 

 Ein syrischer Mann inspiziert die Schäden nach einem Luftangriff. / © Anas Alkharboutli (dpa)
Ein syrischer Mann inspiziert die Schäden nach einem Luftangriff. / © Anas Alkharboutli ( dpa )

"Wie lange müssen die Syrer noch warten? Die Uhr tickt", sagte Kardinal Mario Zenari (Dienstag) bei einer Online-Konferenz des Dachverbands Caritas Internationalis. 90 Prozent der syrischen Bevölkerung lebten in Armut, so der Vatikandiplomat. Viele hätten inzwischen jede Hoffnung verloren. Der Friedensprozess sei ins Stocken geraten; notwendige Mittel für den Wiederaufbau fehlten. Zwar seien in mehreren Regionen des Landes seit Monaten keine Bomben und Raketen mehr eingeschlagen. Dafür wirke sich die "schreckliche Bombe der Armut" umso schlimmer aus.

Die Menschen stünden vor den Bäckereien vergeblich Schlange; Treibstoff sei landesweit kaum verfügbar. "Das ist das traurige Ergebnis von zehn Jahren Krieg, Korruption und Sanktionen", sagte Zenari. Nun kämen noch die Folgen der Corona-Pandemie hinzu. Die internationale Gemeinschaft müsse dringend handeln, um das Schlimmste zu verhindern.


Kardinal Mario Zenari im Dezember 2018 in Damaskus (Syrien) / © Jean-Matthieu Gautier (KNA)
Kardinal Mario Zenari im Dezember 2018 in Damaskus (Syrien) / © Jean-Matthieu Gautier ( KNA )
Quelle:
KNA
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