Papst verurteilt Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung

"Mit Liebe in die Gesellschaft aufnehmen"

Der Papst hat die Stimme für Menschen mit Behinderung erhoben. Zu oft würden sie nicht mit respektvoller Liebe behandelt, so der Papst. Menschen mit Handicap hätten einen anderen Umgang verdient.

Papst Franziskus trifft Kinder mit Behinderungen  / © Giorgio Onorati (dpa)
Papst Franziskus trifft Kinder mit Behinderungen / © Giorgio Onorati ( dpa )

Papst Franziskus hat Diskriminierung und Ablehnung von Menschen mit Behinderung verurteilt. Eine solche Mentalität herrsche allgemein noch zu oft vor, sagte er am Samstag im Vatikan. Das belege unter anderem eine Tendenz, "ungeborene Kinder, die irgendeine Art von Fehlbildung aufweisen, zu beseitigen", sagte er den Teilnehmern eines Kongresses zum Thema Katechese und Menschen mit Behinderung, der noch bis Sonntag an der Päpstlichen Universität Urbaniana in Rom stattfindet. Veranstalter der Tagung ist der Päpstliche Rat für die Neuevangelisierung.

Ein egoistisches und an Nützlichkeit orientiertes Menschenbild bringe leider viele Leute dazu, "Menschen mit Behinderung als minderwertig anzusehen, ohne in ihnen den Reichtum der menschlichen und geistigen Vielfalt zu erkennen", so Franziskus. Die Antwort darauf sei konkrete und respektvolle Liebe. Es gelte, alle Menschen, aber besonders Schwache und Verletzliche, mit Liebe in die Gesellschaft aufzunehmen und sie auf dem Weg zu einem glücklichen und erfüllten Leben zu begleiten. Weder geistliche noch körperliche Leiden könnten der Begegnung mit Jesus jemals im Weg stehen, so der Papst: "Jeder Mensch, mit seinen Gaben, seinen Grenzen und Einschränkungen, auch mit großen, kann auf seinem Weg Jesus begegnen und sich ihm im Glauben anvertrauen."

Unterstützung mit konkretem Handeln

Die Kirche mahnte er, ihre Stimme für Menschen mit Behinderung zu erheben und sie auch durch konkretes Handeln zu unterstützen. Dies sei etwa durch die Arbeit der Katecheten für Behinderte möglich. Hier sei auch in Erwägung zu ziehen, Menschen mit Handicap öfter selbst als Religionslehrer einzusetzen.

Quelle:
KNA