Papst spricht mit Jordaniens König über Jerusalem-Frage

Hüter der Heiligen Orte

Seit der US-Entscheidung, Jerusalem als israelische Hauptstadt anzuerkennen, kommt es wieder zu Unruhen im Heiligen Land. Auch deswegen hat Papst Franziskus nun mit dem jordanischen König Abdullah II. über die dortige Lage gesprochen.

Papst Franziskus empfängt den jordanischen König Abdullah II. / © Romano Siciliani (KNA)
Papst Franziskus empfängt den jordanischen König Abdullah II. / © Romano Siciliani ( KNA )

Thema war die Schaffung von Frieden und Stabilität im Nahen Osten, "mit besonderem Bezug zur Jerusalem-Frage und der Rolle der Hüter der Heiligen Orte", teilte der Vatikan am Dienstag nach der privaten Begegnung mit.

Ein weiteres Gesprächsthema war zudem die Bedeutung der Christen für die Region. Es sei wichtig, sie zu fördern, damit sie in der Region bleiben. Während des 20-minütigen Gesprächs versicherten beide Seiten, sich in der Region für Friedensverhandlungen und die Förderung des interreligiösen Dialogs einzusetzen. Franziskus hatte bereits Anfang Dezember vor der Entscheidung der USA gewarnt und zu respektvollem Dialog aufgerufen.

Treffen auch mit Kardinalsstaatsekretär Parolin

Begleitet wurde der König bei seinem dritten Besuch im Vatikan von seinem Cousin, Prinz Ghasi bin Mohammad, der sein Berater für religiöse und kulturelle Fragen ist. Er war auch beim Gespräch mit dem Papst anwesend. Weiter waren Außenminister Ayman Al Safadi sowie der politische Berater des Königs, Manar Dabbas, Teil der offiziellen Delegation, die anschließend mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin zusammentraf. Der Vatikan machte keine Angaben zum Inhalt dieses Gesprächs; es dürfte dabei auch die Flüchtlingskrise im Nahen Osten zur Sprache gekommen sein.

Nach seinem Besuch am Dienstag im Vatikan reist König Abdullah II. weiter nach Paris, wo er sich mit Staatspräsident Emmanuel Macron beraten will. Erstmals hatte König Abdullah 2013 Papst Franziskus besucht, ein Jahr später diente sein zweiter Besuch der Vorbereitung der Papstreise im Mai 2014.

Bereits am Sonntag hatte der König in Amman die Leiter der christlichen Kirchen im Heiligen Land sowie Muslime empfangen. Unter ihnen waren der griechisch-orthodoxe Patriarch Theophilos III., der katholische Erzbischof Pierbattista Pizzaballa und der lutherische Bischof Munib Younan. Sowohl der König wie auch die Bischöfe hatten dabei den internationalen Status Jerusalems bekräftigt.

Diplomatische Beziehungen

Das jordanische Königshaus versteht sich als Hüter sowohl der muslimischen wie der christlichen Heiligtümer in Jerusalem. Als Geschenk übergab Abdullah dem Papst eine großformatige Fotomontage mit dem muslimischen Felsendom und der christlichen Grabeskirche in Jerusalem.

Jordanien und der Heilige Stuhl unterhalten seit 1994 diplomatische Beziehungen. Im selben Jahr hatte das Königreich mit dem Nachbarn Israel einen Friedensvertrag geschlossen. Bislang haben vier Päpste Jordanien besucht: Paul VI. im Jahr 1964, Johannes Paul II. 2000, Benedikt XVI. in 2009 und zuletzt Franziskus 2014.

Quelle:
KNA