Pfarrer von Gaza warnt vor andauerndem Krieg und Sterben von Kindern

"Die Menschen haben kein Geld"

Trotz Waffenruhe ist der Krieg für Gaza nicht vorbei, mahnt Pfarrer Gabriel Romanelli. Angriffe, Zerstörung und fehlende Medikamente verschärften die Not besonders für Kinder und Familien. Ein weiteres Problem sei die Schulbildung.

Rauch über Gaza / © ImageBank4u (shutterstock)

Der Pfarrer der katholischen Pfarrei in Gaza-Stadt, Gabriel Romanelli, hat Sorge um die Kinder von Gaza. 

Gabriel Romanelli, katholischer Pfarrer von Gaza, von der Gemeinschaft "Verbo encarnado" / © Andrea Krogmann (KNA)
Gabriel Romanelli, katholischer Pfarrer von Gaza, von der Gemeinschaft "Verbo encarnado" / © Andrea Krogmann ( KNA )

"Seit Beginn der Waffenruhe im Oktober sind rund 100 Kinder im Gazastreifen gestorben - keines natürlichen Todes", sagte der Geistliche laut dem kirchlichen Hilfswerk "Kirche in Not".

Der Krieg sei noch nicht vorbei. Zwar hätten die massiven Bombardierungen in Teilen des Gazastreifens nachgelassen, doch komme es weiterhin zu Angriffen, insbesondere jenseits der sogenannten "Gelben Linie", der während des Waffenstillstands im Oktober festgelegten militärischen Grenze. "Es ist absolut notwendig, dass der Krieg wirklich endet. Es scheint jedoch, dass niemand auf der Welt sich wirklich und wirksam dafür einsetzt."

Humanitäre Not

Kälte, unhygienische Lebensbedingungen und immer wieder aufflammende Kämpfe verschlimmerten die Lage. "Die meisten Menschen leben in Zelten. Atemwegs- und Verdauungserkrankungen nehmen zu", so Romanelli. Medikamente seien nicht ausreichend vorhanden.

Weitere Sorgen macht sich der Geistliche um die Schulbildung. Vor dem Gaza-Krieg besuchten über 2.200 Kinder eine der drei katholischen Schulen im Gazastreifen bei einer Gesamtzahl von damals etwa 1.000 Christen. Derzeit könnten nur 162 Kinder unterrichtet werden. "Das Hautproblem ist der Platz, weil in den Schulen vielfach noch Flüchtlinge untergebracht sind", sagte Romanelli.

Seine Pfarrei habe sich deshalb dazu entschlossen, zwei noch intakte Privatschulen mit Heften, Stiften und anderen Materialien zu unterstützen, damit mehr Kinder die Chance auf Unterricht haben. Das Geld dazu kommt wie auch in anderen Bereichen vom Lateinischen Patriarchat von Jerusalem und von Hilfswerken. 

"Diese Hilfe ist weiterhin unverzichtbar; denn der Bedarf ist immens", betonte Romanelli. "Seit dem Waffenstillstand kommen zwar wieder Waren in den Gazastreifen. Doch die Menschen haben kein Geld, um sich etwas zu kaufen."

Quelle:
KNA