Papst Leo XIV. empfängt Kritiker des Synodalen Wegs

"Papst hat uns ermutigt"

Papst Leo XIV. hat die Kritiker des deutschen Reformprojekts "Synodaler Weg" zu einer Privataudienz im Vatikan empfangen. Diese fühlen sich nach dem Gespräch darin bestärkt, Jesus Christus stärker in den Mittelpunkt zu stellen.

Ausgabe der Würzburger "Tagespost" / © Bert Bostelmann (KNA)
Ausgabe der Würzburger "Tagespost" / © Bert Bostelmann ( KNA )

Die katholische Wochenzeitung "Die Tagespost" und die Initiative Neuer Anfang sehen sich nach einer Privataudienz bei Papst Leo XIV. ermutigt und bestärkt. Er habe ihnen die Botschaft an die Katholiken in Deutschland mitgegeben, Jesus Christus ins Zentrum zu stellen und missionarische Jünger Christi zu sein, erklärte "Tagespost"-Chefredakteurin Franziska Harter am Donnerstag.

Leo XIV. habe daran erinnert, dass es im Laufe der Kirchengeschichte immer wieder Laien gewesen seien, die das Leben der Kirche in einem Land gerettet hätten. Im Mittelpunkt der Begegnung am Mittwoch habe, so Harter weiter, die Übergabe eines 20 Seiten langen Dokuments gestanden mit ausgewählten Stimmen katholischer Gläubiger aus Deutschland: "Es war mir wichtig, gegenüber dem Heiligen Vater die Stimmen gerade der jungen Katholiken zu Gehör zu bringen, die für Evangelisierung brennen und den Weg, den ein Großteil der deutschen Bischöfe mit dem Synodalen Weg geht, mit tiefer Besorgnis sehen."

Kritik am Reformprojekt Synodaler Weg

Bernhard Meuser und Martin Brüske von der Initiative Neuer Anfang ergänzten: "Wir haben vieles aus Deutschland vorgetragen, was ihn erschüttert hat." Das Dokument gebe "Einblick in die geistliche Lage vieler Gläubiger, die sich von der offiziellen Kirche in Deutschland - insbesondere im Kontext des Synodalen Weges - nicht mehr gehört fühlen".

Synodalkreuz während der fünften Sitzung des Synodalen Ausschusses am 21. November 2025 im Maritim Hotel in Fulda. / © Bert Bostelmann (KNA)
Synodalkreuz während der fünften Sitzung des Synodalen Ausschusses am 21. November 2025 im Maritim Hotel in Fulda. / © Bert Bostelmann ( KNA )

Die Initiative Neuer Anfang kritisiert seit Jahren die 2019 von der Deutschen Bischofskonferenz mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken gestartete Reforminitiative Synodaler Weg. In dem Projekt beraten Bischöfe und Laienvertreter über die Zukunft der katholischen Kirche. Ausgangspunkt war eine jahrelange Kirchenkrise, die der Missbrauchsskandal verschärft hat. In der Debatte ging es zunächst vor allem um die Themen Macht, Priestertum und Sexualmoral sowie um die Rolle der Frauen in der Kirche.

Das Projekt soll in diesem Jahr in einem neuen Gremium aufgehen, der Synodalkonferenz. In ihr wollen Bischöfe und Laien ihre Beratungen verstetigen und sich auch zu gesellschaftlichen Fragen positionieren. Noch ungeklärt ist unter anderem, wie weit Laien nicht nur die Bischöfe beraten, sondern auch Entscheidungen mittreffen dürfen. Dazu hatte es auch aus dem Vatikan mehrfach kritische Einlassungen gegeben.

Synodaler Ausschuss

Der Synodale Ausschuss ist ein Ergebnis des Reformprojekts Synodaler Weg zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland. Er soll unter anderem die Einrichtung eines Synodalen Rates vorbereiten. In diesem neuen Gremium wollen Bischöfe und Laien ihre Beratungen über mögliche Reformen in der Kirche fortsetzen, die sie bei dem 2019 gestarteten Synodalen Weg begonnen haben.

Symbolbild Synodaler Weg / © Maximilian von Lachner (SW)
Symbolbild Synodaler Weg / © Maximilian von Lachner ( SW )
Quelle:
KNA