Papst empfängt Trump-kritischen Kardinal von Washington

Rolle der USA auf dem Prüfstand

Der Washingtoner Kardinal Robert McElroy hatte zuletzt die Außenpolitik seines Heimatlandes scharf kritisiert und dabei auch auf den Papst verwiesen. Nun trafen sich beide US-Amerikaner zu Gesprächen im Vatikan.

Kardinal Robert Walter McElroy, Bischof von San Diego (USA), beim Konsistorium am 27. August 2022 im Vatikan / © Stefano Dal Pozzolo/Romano Sicilani (KNA)
Kardinal Robert Walter McElroy, Bischof von San Diego (USA), beim Konsistorium am 27. August 2022 im Vatikan / © Stefano Dal Pozzolo/Romano Sicilani ( KNA )

Papst Leo XIV. hat am Freitag den Washingtoner Erzbischof, Kardinal Robert McElroy, in Privataudienz empfangen. 

Papst Leo XIV. spricht bei der Generalaudienz am 28. Januar 2026 in der Audienzhalle im Vatikan / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. spricht bei der Generalaudienz am 28. Januar 2026 in der Audienzhalle im Vatikan / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Der Vatikan informierte über das Treffen zwischen dem gebürtigen US-Amerikaner Leo XIV. und Trump-Kritiker McElroy zunächst ohne weitere Angaben.

Der 72-Jährige gehört zu der Gruppe der Kardinäle, die im Januar die Außenpolitik der USA kritisiert hatten. Militärisches Handeln sei nur als letztes Mittel in Extremsituationen zulässig, "nicht als normales Instrument nationaler Politik", schrieben die Kardinäle Blase Cupich (Chicago), Joseph Tobin (Newark) und McElroy in einer gemeinsamen Erklärung. 

Moralische Rolle der USA steht auf dem Prüfstand

Auch stehe die moralische Rolle der USA "bei der Konfrontation mit dem Bösen weltweit, beim Schutz des Rechts auf Leben und der Menschenwürde sowie bei der Unterstützung der Religionsfreiheit" insgesamt durch den zuletzt eingeschlagenen außenpolitischen Weg auf dem Prüfstand.

Cupich, Tobin und McElroy verwiesen auf die Grundsatzrede von Papst Leo XIV. vor dem Diplomatischen Korps im Vatikan Anfang Januar. Der Papst habe darin "einen dauerhaften ethischen Kompass für die Ausrichtung der amerikanischen Außenpolitik in den kommenden Jahren gegeben", so die Kardinäle.

Vatikandiplomatie

Der Heilige Stuhl unterhält derzeit diplomatische Beziehungen zu 183 Staaten weltweit. Hinzu kommen die EU und der Souveräne Malteserorden. 88 Staaten sowie die EU und der Malteserorden lassen ihre Botschafter beim Heiligen Stuhl in Rom residieren. Ferner sind die Arabische Liga, die Internationale Organisation für Migration und das UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge UNHCR mit eigenen Gesandten beim Vatikan vertreten.

Vatikanflagge zwischen USA-Flaggen / © Michael Reynolds (dpa)
Vatikanflagge zwischen USA-Flaggen / © Michael Reynolds ( dpa )
Quelle:
KNA