Papst bereitet weitere Selig- und Heiligsprechungen vor

Darunter der "Vater der Migranten"

Papst Franziskus hat für die Heiligsprechung eines italienischen Bischofs und eines Missionaren grünes Licht gegeben. Ebenso wurden weitere Schritte zur Seligsprechung diverser Glaubensvertreter unternommen.

Die Reliquien von neun der neuen Heiligen / © Gregorio Borgia (dpa)
Die Reliquien von neun der neuen Heiligen / © Gregorio Borgia ( dpa )

Papst Franziskus hat Grünes Licht für die Heiligsprechung des italienischen Bischofs Giovanni Battista Scalabrini (1839-1905) gegeben. Gleiches gilt für den Missionar Artemide Zatti (1880-1951), wie der Vatikan am Samstag mitteilte. Im nächsten Schritt soll sich die Kardinalsversammlung (Konsistorium) mit ihrer Heiligsprechung befassen.

Heiligsprechung

Die Heiligsprechung in der katholischen Kirche ist eine feierliche Erklärung des Papstes über das vorbildlich christliche Leben eines Menschen und über dessen endgültige Aufnahme bei Gott. Nach dieser Kanonisation, die im Rahmen eines Festgottesdienstes vollzogen wird, darf die betreffende Person weltweit verehrt werden.

Heiligsprechung (dpa)

Scalabrini, ehemaliger Bischof von Piacenza, stammte aus Como in Norditalien. Er gilt als Gründer der italienischen Auswandererseelsorge und wird auch als "Vater der Migranten" bezeichnet. 1997 wurde er von Johannes Paul II. (1978-2005) für seinen Einsatz für Migranten und Flüchtlinge seliggesprochen.

Zatti, der in Argentinien als "heiliger Krankenpfleger von Patagonien" bekannt ist, wurde 2002 seliggesprochen. Erst im April erkannte Franziskus ein Wunder an, das auf Fürsprache des Salesianers und Missionars geschehen seien soll.

Weitere Seligsprechungen

Sieben Personen erkannte der Papst den sogenannten heroischen Tugendgrad zu, wie der Vatikan am Samstag mitteilte. Die Betroffenen stammten zum größten Teil aus Italien, aber auch aus Mexiko, von den Philippinen und aus Polen. Für die Spanierin Maria de la Concepcion Barrecheguren y Garcia (1905-1927) erkannte Franziskus zudem ein Wunder an, das auf ihre Fürsprache geschehen seien soll.

Der heroische Tugendgrad drückt aus, dass ein Mensch die christlichen Tugenden von Glaube, Hoffnung und Liebe in seinem Leben vorbildlich gelebt hat. Dies ist eine Voraussetzung für Selig- und Heiligsprechungen. Liegt kein Martyrium vor, braucht es für eine Seligsprechung zudem ein offiziell bestätigtes Wunder auf Fürsprache des Verstorbenen.

Kurzinfo: Seligsprechung

Bei einer Seligsprechung stellt die katholische Kirche durch Urteil des Papstes fest, dass ein gestorbener Mensch vorbildlich aus dem Glauben gelebt hat und Christus in besonderer Weise nachgefolgt ist. Daraus ergibt sich die offizielle Empfehlung, diese Person als Vorbild und Fürsprecher bei Gott anzunehmen. Selige werden im Gegensatz zu Heiligen nur regional verehrt. Der Seligsprechung kann aber eine Heiligsprechung und damit die weltweite Verehrung der betreffenden Person folgen. (kna)

Versiegelung von Unterlagen für Seligsprechungsverfahren / © Cristian Gennari (KNA)