Palmprozession in Jerusalem wird wegen des Krieges abgesagt

Gebetsmoment statt Prozession

Der Krieg im Nahen Osten erschwert die Feiern der Kar- und Ostertage. Die Palmsonntagsprozession wurde abgesagt, die Chrisam-Messe auf unbekannt verschoben. Stattdessen wird zum Gebet um Frieden eingeladen.

Archivbild: Christen mit Palmenblättern während der Palmsonntagsprozession auf dem Ölberg in Jerusalem / © Andrea Krogmann (KNA)
Archivbild: Christen mit Palmenblättern während der Palmsonntagsprozession auf dem Ölberg in Jerusalem / © Andrea Krogmann ( KNA )

In diesem Jahr wird es kriegsbedingt keine traditionelle Palmprozession über den Ölberg in die Jerusalemer Altstadt geben. 

Das teilte der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, in einem am Montag veröffentlichten Schreiben mit. Eine endgültige Angabe zu den kommenden Tagen sei wegen der sich ständig entwickelnden Lage nicht möglich; es sei "jedoch bereits klar, dass gewöhnliche, für alle offene Feiern nicht stattfinden können", so der italienische Franziskaner.

Kardinal Pierbattista Pizzaballa während der Palmsonntagsprozession mit Regen auf dem Ölberg am 13. April 2025 in Jerusalem. / © Andrea Krogmann (KNA)
Kardinal Pierbattista Pizzaballa während der Palmsonntagsprozession mit Regen auf dem Ölberg am 13. April 2025 in Jerusalem. / © Andrea Krogmann ( KNA )

Statt der Prozession, an der üblicherweise Tausende einheimische und ausländische Christen teilnehmen, soll es einen Gebetsmoment für Jerusalem geben. Auf einen noch festzulegenden späteren Zeitpunkt verschoben werden soll die Chrisam-Messe in der Karwoche mit der Weihe des Chrisam-Öls für Taufe und Firmung.

Einladung zu gemeinsamem Gebet

Pizzaballa rief die Gläubigen auf, sich am Samstag (28. März) dem Gebet um Frieden anzuschließen, "jeder von uns an seinem eigenen Ort" und im Gebet geistlich vereint. Ein entsprechendes Rosenkranzgebet wurde demnach vom früheren Franziskaner-Kustos Francesco Patton vorbereitet und kann auf der Seite des Patriarchats heruntergeladen werden.

Die Grabeskirche, das wichtigste christliche Gotteshaus in Jerusalem, ist seit Beginn des Kriegs für Besucher geschlossen. Ähnliche Einschränkungen der Kar- und Osterfeiern in Jerusalem gab es zuletzt 2020 aufgrund der Corona-Pandemie.

Lateinisches Patriarchat von Jerusalem

Das Lateinische Patriarchat von Jerusalem betreut die römisch-katholischen Christen im Heiligen Land. Seine Jurisdiktion erstreckt sich über das Staatsgebiet von Israel, Jordanien, Zypern und die Palästinensischen Gebiete. Die Ursprünge des Patriarchats liegen in der Zeit der Kreuzfahrer, die sich als "Lateiner" bezeichneten. Es erlosch jedoch mit dem Fall Akkos 1291. Im Jahr 1847 belebte Papst Pius IX. das Patriarchat neu.

Blick auf Jerusalem / © Kyrylo Glivin (shutterstock)
Quelle:
KNA