Ökumenischer Kirchentag in der Pandemie

Online und digital

Wegen Corona bleibt alles anders: Der 3. Ökumenische Kirchentag wird zur digitalen Großveranstaltung. Nach Worten der evangelischen Kirchentagspräsidentin Bettina Limperg hat sich der ÖKT in diesem Jahr komplett neu erfunden.

Symbolbild Ökumene / © PUWADON SANG (shutterstock)

Statt einer mehrtägigen Präsenzveranstaltung mit Zehntausenden Teilnehmern vor Ort in Frankfurt wird der ÖKT vom 13. bis 16. Mai online und digital organisiert. Im Mittelpunkt steht ein Haupttag am Samstag. Bei einer Online-Pressekonferenz stellten die ÖKT-Macher am Dienstag Einzelheiten zum Programm vor.

Nach Worten der evangelischen Kirchentagspräsidentin Bettina Limperg hat sich der ÖKT in diesem Jahr komplett neu erfunden. Es sei eine große Chance und ein Geschenk, dass angesichts der Pandemie eine kostenlose Großveranstaltung für jeden, national und international, überhaupt möglich sei. Der ÖKT wolle in dieser Zeit Diskurs, aber auch Halt und Trost bieten.

"Kirchentag der Reduktion"

Der katholische Kirchentagspräsident Thomas Sternberg sprach von einem "Kirchentag der Reduktion", der trotzdem starke Zeichen setzen werde. "Wir wollen gemeinsam Stimme sein für diejenigen, die bei uns und weltweit durch die Pandemie noch weiter an den Rand gedrängt werden, die auf der Strecke bleiben, die zur Zeit Einsamkeit und Angst erleben."

Als zentrale Plattform zur Teilnahme dient die ÖKT-Internetseite. Auf der Startseite soll zum einen die jeweils aktuelle Veranstaltung live gezeigt werden. Zum anderen können Teilnehmer von dort aus zu weiteren Workshops, Podien und vertiefenden Angeboten wechseln. Auch ein virtueller Begegnungsort werde eingerichtet, mit digitalen Stehtischen oder zufällig zugeordneten Gesprächspartnern. Das Angebot will Teilnehmer vernetzen und Austauschmöglichkeiten bieten, um bei dem Christentreffen auch digital ein Gemeinschaftsgefühl zu ermöglichen.

Workshops, Podien, Bibelarbeiten und Gespräche

Der Haupttag am Samstag bietet von 9.00 bis 19.00 Uhr ein Programm zu zehn Schwerpunktthemen. Einem Thema wird je eine Stunde gewidmet. Beispielsweise geht es um Ökumene, Kirche und Macht, Zusammenleben, internationale Verantwortung oder die Klimakrise. Ergänzend kommen Workshops, Podien, Bibelarbeiten und Gespräche mit Prominenten, Livestreams und vorab produzierte Beiträge hinzu. Abends soll es ein Kulturprogramm geben.

An dem Haupttag sind den Angaben zufolge rund 80, insgesamt etwa 100 Veranstaltungen geplant - und damit deutlich weniger als üblicherweise bei Katholiken- oder Kirchentagen mit Hunderten Präsenzveranstaltungen. Ein detailliertes Programm soll Mitte April veröffentlicht werden. Bereits zugesagt haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

Vier Tage ÖKT

Infos zu Veranstaltungen gibt es zudem in einer App, die bereits heruntergeladen werden kann. Wer sich an einer Veranstaltung aktiv beteiligen möchte, etwa mitdiskutieren, die Chat-Funktion nutzen oder einen Workshop besuchen, muss sich anmelden. Das geht über die App oder die Internetseite. Melden sich mehr Interessierte, als Plätze zur Verfügung stehen, soll das Los entscheiden.

Eingerahmt wird der ÖKT von Gottesdiensten zum Auftakt am Donnerstag (Christi Himmelfahrt) sowie zum Abschluss am Sonntag. Der Eröffnungsgottesdienst werde von einem Parkdeck in der Frankfurter Innenstadt gestreamt. Eine Teilnahme vor Ort ist nicht möglich. Um Menschenansammlungen in der Pandemie zu vermeiden, wollen die Veranstalter den genauen Ort nicht veröffentlichen.

 Jüdisch-christlicher Dialog im Mittelpunkt

Aktuell werde geprüft, ob mit Hygienekonzept eine Teilnahme beim Schlussgottesdienst an der Weseler Werft und bei den Gottesdiensten am Samstagabend möglich ist, hieß es.

Am Freitag stehen ein Festakt, der jüdisch-christliche Dialog sowie ein Gedenken an die Opfer der Schoah und ein eigens für den ÖKT geschriebenes Oratorium auf dem Programm.

Quelle:
KNA