Debatte um Zulassung von Ungeimpften zu Weihnachtsgottesdiensten

"O du fröhliche" nur mit Ausweis?

Zwischen Kirchenvertretern und Theologen gibt es Debatten über die Zulassung von Ungeimpften zum Weihnachtsgottesdienst. Auch die Frage, ob an den Festtagen in den Kirchen gesungen werden darf, wird unterschiedlich beantwortet.

Gottesdienstbesucher mit Mundschutz / © Stefano Dal Pozzolo/Romano Siciliani (KNA)
Gottesdienstbesucher mit Mundschutz / © Stefano Dal Pozzolo/Romano Siciliani ( KNA )

Jede Pfarrei in Berlin solle mindestens einen Gottesdienst anbieten, zu dem nicht nur Geimpfte und Genesene, sondern auch Getestete gehen dürfen, sagte Berlins Erzbischof Heiner Koch der "Bild"-Zeitung (Mittwoch).

Kein größeres Infektionsgeschehen in Kirchen

Der Präsident der Gesellschaft für Labormedizin, Harald Renz, warnte aber: "Weihrauch hat keine antivirale Wirkung. Daher ist 3G - und noch besser 2G - sowie die Einhaltung von Abstandsregeln und ein Singverbot dringend erforderlich!"

Chefarzt Thomas Voshaar widersprach: "Ich kenne kein größeres Infektionsgeschehen in Kirchen. Da ist viel Fläche und meist ein hohes Gewölbe - also nur geringes Risiko, wenn nicht gesungen wird!"

2G als moralische Diskreditierung und Spaltung

Der Theologe Helmut Hoping richtete an jene Gemeinden, die ausschließlich Genesenen oder Geimpften Zugang zum Gottesdienst an Weihnachten gestatteten wollen, den Vorwurf, sie würden Nichtgeimpfte ausgrenzen und moralisch "diskreditieren". Das sei "Spaltung". "Weder Staat noch Bischöfe dürfen Gläubige an Weihnachten aussperren", hierbei handele es sich um einen Angriff auf die freie Religionsausübung.


Quelle:
KNA
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