NRW-Regierung stellt sich hinter Universität Bonn

"Regelungen des Konkordats stehen außer Frage"

Im Streit um eine von Kardinal Rainer Maria Woelki geförderte, eigene kirchliche Hochschule stärkt die nordrhein-westfälische Landesregierung der Universität Bonn den Rücken. Derzeit fänden Gespräche zwischen den Beteiligten statt.

"Die starke Rolle der Bonner Fakultät in der Priesterausbildung ist über viele Jahrzehnte gewachsen, weshalb sie auch weiterhin ein prägender Standort für die theologische Ausbildung sein wird - auch über Nordrhein-Westfalen hinaus", teilte ein Sprecher des NRW-Wissenschaftsministeriums der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Mittwoch in Düsseldorf mit. "Die Regelungen des Konkordats stehen außer Frage."

Kölner Hochschule für Katholische Theologie

Die Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) liegt mitten in Köln Lindenthal. Sie ist eine staatlich anerkannte Hochschule mit Promotionsrecht und bietet den Abschluss Magister, Lizenziat und Dr. theol. Ein besonderer Schwerpunkt der KHKT liegt nach eigenen Angaben auf dem Austausch: mit anderen Religionen und Kulturen. Zudem auch mit allen anderen wissenschaftlichen und kulturellen Einrichtungen in Köln und darüber hinaus.  

Dem sogenannten Preußenkonkordat zufolge - einem bindenden Vertrag zwischen Land NRW und Vatikan - absolvieren angehende Priester im Erzbistum Köln ihr Theologiestudium in Bonn. Die dortige Uni und weitere Hochschul-Rektoren in NRW warnen, der von Woelki geförderte Aufbau der Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) könnte diese Vereinbarung verletzen. Der Kardinal ist Großkanzler der KHKT.

Anschubfinanzierung per Fonds

Am Dienstag hatten auch vier ranghohe Kirchenvertreter der Erzdiözese Kritik an der Einrichtung geäußert, deren Finanzierung bislang unklar ist. Vor zweieinhalb Jahren hat das Erzbistum Köln die frühere Ordenshochschule übernommen und baut diese nun als KHKT in Köln neu auf. An der Einrichtung können Studierende den Magister Theologiae machen. Diesen Abschluss erwerben zum Beispiel angehende Priester und Pastoralreferenten, mitunter auch künftige Religionslehrkräfte.

Langfristig benötigt die KHKT laut Schätzungen acht bis zehn Millionen Euro pro Jahr. Die Anschubfinanzierung von derzeit rund drei Millionen Euro jährlich erfolgt aus einem Fonds, über den der Erzbischof verfügt. Die Mittel sind aber begrenzt. Woelki kündigte an, dass die mittelfristige Finanzierung der KHKT in der zweiten Jahreshälfte mit den zuständigen Gremien der Erzdiözese geklärt werde.

Der Ministeriumssprecher bestätigte, dass zum Thema KHKT derzeit Gespräche zwischen "den Beteiligten" stattfinden. Um eine "möglichst konstruktive und vertrauensvolle Atmosphäre" zu wahren, würden keine Inhalte kommentiert.

Quelle:
KNA