NRW-Landtag nimmt zum Holocaust-Gedenktag an #WeRemember-Kampagne teil

"Ein Auftrag an uns"

Die Worte von Holocaust-Überlebenden müssen weitergetragen werden, sagt NRW-Landtagspräsident André Kuper zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar. Sie seien "ein Auftrag an uns, für Frieden und Menschlichkeit einzustehen".

Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau / © Rolf E. Staerk (shutterstock)
Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau / © Rolf E. Staerk ( shutterstock )

Der nordrhein-westfälische Landtag beteiligt sich im Zuge dessen an der Kampagne #WeRemember des World Jewish Congress und erinnert an die fast sechs Millionen Juden, die in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet wurden.

Botschaften der Holocaust-Überlebenden im Mittelpunkt

#WeRemember werde weltweit wahrgenommen und über verschiedene Kanäle millionenfach verbreitet, erklärte der Landtag am Sonntag in Düsseldorf. Die diesjährige Kampagne stellt die Botschaften der Holocaust-Überlebenden in den Mittelpunkt.

"Die Botschaften der Holocaust-Überlebenden sind mehr als historische Berichte – sie sind ein Auftrag an uns, für Frieden und Menschlichkeit einzustehen", erklärte Landtagspräsident André Kuper. Er erinnerte an die im vergangenen Frühjahr im Alter von 103 Jahren gestorbene Holocaust-Überlebende Margot Friedländer. 

André Kuper / © Wahlkreisbüro / Guido Kirchner (privat)
André Kuper / © Wahlkreisbüro / Guido Kirchner ( privat )

Menschen wie sie hätten ihr Leben lang dafür geworben, nicht zu vergessen und Haltung zu zeigen. "Gerade weil diese Stimmen immer leiser werden, ist es unsere Pflicht, ihre Worte weiterzutragen, Antisemitismus entgegenzutreten und die Erinnerung fest in unserer Demokratie zu verankern", betonte Kuper.

Gedenkstunde am Holocaust-Gedenktag 

In einer Gedenkstunde im Plenarsaal erinnern Landtag und Landesregierung am Dienstag gemeinsam an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Geplant sind Reden von Kuper, Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und dem Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer. 

Außerdem stehen eine Ansprache von Klaus Stanjek, Neffe des KZ-Überlebenden Wilhelm Heckmann, und ein Vortrag zu verfolgten Minderheiten des aus Marl stammenden Historikers Martin Lücke auf dem Programm.

Der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar erinnert an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz 1945. Allein dort starben in der NS-Zeit etwa 1,1 Millionen Menschen.

Holocaust-Gedenktag

Jeweils am 27. Januar wird weltweit der Opfer des Holocaust gedacht. Das Datum erinnert an die Befreiung der überlebenden Häftlinge des größten NS-Konzentrationslagers Auschwitz durch sowjetische Truppen am 27. Januar 1945. Seit 1996 gedenken die Deutschen jeweils an diesem Tag der Millionen Opfer des Völkermords.

Im November 2005 verabschiedete auch die Vollversammlung der Vereinten Nationen eine Resolution, die den 27. Januar zum weltweiten Gedenktag macht.

Israelische Soldaten besuchen am Holocaust-Gedenktag die Gedenkstätte Yad Vashem. / © Ilia Yefimovich (dpa)
Israelische Soldaten besuchen am Holocaust-Gedenktag die Gedenkstätte Yad Vashem. / © Ilia Yefimovich ( dpa )
Quelle:
epd