Vertreter von Kirche und Politik haben am weltweiten Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus zu Wachsamkeit und Menschlichkeit aufgerufen. Sie riefen zum entschiedenen Einsatz gegen alle Formen des Antisemitismus auf. Die Deutsche Bischofskonferenz erinnerte mit Worten ihres Vorsitzenden, Bischof Georg Bätzing, an die Opfer des Nationalsozialismus. Die Erinnerung an die Schoah sei nicht nur bleibende Verpflichtung für alle Deutschen, sondern gehöre auch zur christlichen Grundüberzeugung. Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischöfin Kirsten Fehrs, betonte, das "Nie wieder" bleibe für Christinnen und Christen tägliche Aufgabe.
Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, warnte vor einer "inhaltlichen Entkernung" der Erinnerungskultur. An diesem Dienstag jährt sich die Befreiung des NS-Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau durch Soldaten der Roten Armee zum 81. Mal. Seit 1996 wird der 27. Januar in Deutschland als Holocaust-Gedenktag begangen, seit 2005 auch international. Erinnert wird an die von den Nazis ermordeten Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, Angehörige der Zeugen Jehovas, Menschen mit Behinderungen und politische Gegner.