Katholische Krankenhäuser fordern zusätzliche Finanzhilfen

Notlage in Kliniken verhindern

Um eine Überlastung der Kliniken zu verhindern fordern rund 50 katholische Krankenhäuser im Bistum Münster zusätzliche Finanzhilfen. Die Lage sei noch nicht kritisch, allerdings durchaus angespannt.

Intensivpflegerinnen in Schutzkleidungen auf einer Covid-19-Intensivstation / © Robert Michael (dpa)
Intensivpflegerinnen in Schutzkleidungen auf einer Covid-19-Intensivstation / © Robert Michael ( dpa )

Die rund 50 katholischen Krankenhäuser im Bistum Münster fordern verlässliche zusätzliche Finanzhilfen von Bund und NRW-Landesregierung in der vierten Corona-Welle. Noch sei die Lage, anders als in Ost- und Süddeutschland, nicht kritisch, aber durchaus angespannt, sagte Klaus Schoch, Abteilungsleiter Gesundheitshilfe im Diözesancaritasverband, am Donnerstag in Münster. Da die Zahl der schwer an Corona erkrankten Patientinnen und Patienten der steigenden Inzidenz mit Verzögerung folgt, rechneten die Kliniken im Münsterland absehbar mit mehr Intensivpatienten. Die Hoffnung, Ende des Jahres wieder in den Regelbetrieb übergehen zu können, schwinde zusehends.

Rettungsschirm werde benötigt

"Deswegen ist absehbar, dass wir einen nachgebesserten und wirksamen Rettungsschirm brauchen", erklärte Schoch. "Verschiebungen von planbaren Behandlungen und Personalknappheit werden auch unsere Kliniken wieder verstärkt in wirtschaftliche Notlagen treiben." Der Krankenstand unter den Pflegekräften ziehe wegen der ständigen Überlastung deutlich an.

Schoch nannte die Aussicht auf eine neue Corona-Prämie "ein wichtiges Signal". Aber sie dürfe nicht auf die Pflegekräfte in der Intensivmedizin beschränkt bleiben.

Erneute Ausgleichszahlungen

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben sich für einen erneuten Corona-Rettungsschirm für Kliniken ausgesprochen. Zur wirtschaftlichen Sicherung der betroffenen Krankenhäuser wird der Bund aufgefordert, erneut Ausgleichszahlungen auf den Weg zu bringen und wie bereits für das Jahr 2021 geregelt auch für das Jahr 2022 einen Ganzjahresausgleich vorzusehen, wie es in einem Ende November veröffentlichten Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz heißt. Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU), hat zudem eine bessere Bezahlung für Pflegepersonal von COVID-19-Patienten vorgeschlagen.

Operationsbetrieb laufe bislang planmäßig

Die 54 katholischen Kliniken in der Diözese Münster verfügen nach Caritasangaben über 14.000 Betten, rund 30.000 Mitarbeitende kümmern sich um die Patienten. Im Clemens- und Franziskus-Hospital etwa in Münster werden derzeit  zehn Prozent der Intensivbetten für Corona-Patienten mit schweren Verläufen freigehalten, der Operationsbetrieb läuft bislang planmäßig. Der größte Teil der Intensivpatienten mit Covid-19 in den beiden Krankenhäusern sei ungeimpft, teilte die Geschäftsführerin vom Franziskus, Annika Wolter, mit. Die betroffenen Geimpften seien ältere und mehrfach erkrankte Menschen. "Hier zeigt sich das gleiche Bild, wie es deutschlandweit zu beobachten ist."

Quelle:
epd
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