Das Bayerische Nationalmuseum hat eine Schenkung von 192 Krippen aus dem Nachlass der früheren Bayerischen Justizministerin Mathilde Berghofer-Weichner (CSU) erhalten. Das teilte das Museum am Mittwoch in München mit. Die 2008 gestorbene Politikerin hatte laut Angaben über Jahrzehnte mit großer Begeisterung Weihnachtskrippen und religiöse Volkskunst aus der ganzen Welt gesammelt.
Nach ihrem Tod kümmerte sich demnach der von ihr gegründete Verein "Christliche Volkskunst aus aller Welt" um den Nachlass und versuchte, die Stücke dauerhaft museal zu dokumentieren und auszustellen. Nachdem verschiedene andere Konzepte verworfen worden seien, überlasse der Verein dem Museum nun 192 der bedeutendsten Krippen.
"Wunsch geht in Erfüllung"
Die frühere Bayerische Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten Ursula Männle, die dem Verein vorsteht, erklärte: "Dass Teile ihrer umfangreichen Krippensammlung aus aller Welt vom Bayerischen Nationalmuseum übernommen werden, das hatte Frau Dr. Berghofer-Weichner zu Lebzeiten gehofft. Dieser Wunsch geht nun in Erfüllung. Es ist eine öffentliche Anerkennung ihres Einsatzes für die Volkskunst."
Der Generaldirektor des Museums, Frank Matthias Kammel, sagte: "Wir freuen uns sehr, diese besonderen Krippen entgegennehmen zu dürfen und damit unseren Bestand, eine der weltweit bedeutendsten Krippensammlungen, erweitern zu können. Diese Schenkung eröffnet uns die Möglichkeit, die Krippen in den kommenden Jahren im Rahmen von wechselnden Präsentationen zu zeigen und sie so für die Besucherinnen und Besucher des Museums erlebbar zu machen."
Mathilde Berghofer-Weichner, geboren 1931, wurde 1968 als erste Frau stellvertretende Parteivorsitzende der CSU. Von 1986 bis 1993 war sie Bayerische Staatsministerin der Justiz und von 1988 bis 1993 zusätzlich stellvertretende Ministerpräsidentin.