Misereor-Chef sieht Papstbesuch als Chance für Kamerun

Wichtiges Zeichen für die Bevölkerung

Auf eine Visite des Papstes hat Kamerun seit Monaten gehofft. Nun hat Leo XIV. eine Reise in das Land angekündigt. Sein Besuch im Land mit dem ältesten Machthaber der Welt könnte zu einem wichtigen politischen Signal werden.

Straßenszene in Douala, Kamerun / © akturer (shutterstock)
Straßenszene in Douala, Kamerun / © akturer ( shutterstock )

Die Reise von Papst Leo XIV. nach Kamerun ist nach Ansicht von Andreas Frick, Hauptgeschäftsführer des katholischen Hilfswerks Misereor, ein wichtiges Zeichen für die Bevölkerung. Im Land gebe es seit 42 Jahren eine Diktatur. "Der Besuch in Kamerun wird vielen Menschen Luft verschaffen. Der Papst hat ein sicheres Gespür für blockierte Prozesse", sagte Frick am Mittwoch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Zuvor hatte der Vatikan die erste Afrika-Reise Leos offiziell bestätigt. Neben Kamerun besucht er vom 13. bis zum 23. April Algerien, Äquatorialguinea und Angola.

Papst Leo XIV. steigt aus dem Flugzeug auf dem Flughafen in Ankara / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. steigt aus dem Flugzeug auf dem Flughafen in Ankara / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Misereor freue sich mit den Menschen in Kamerun auf den Besuch von Papst Leo, so Frick weiter, der das Land Anfang Februar während einer Reise anlässlich der Misereor-Fastenaktion 2026 besucht hatte. "In Kamerun ist der Glaube stark, die Menschen dort können sich keine Hoffnungslosigkeit leisten. Papst Leo wird den großen Anliegen der Humanität, der Menschenwürde und gemeinsamen Verantwortung guten Raum verschaffen."

Besuch in Krisenregion geplant

Erwartet wird Leo den Informationen zufolge in der Hauptstadt Yaoundé, der Hafenmetropole Douala sowie in der Stadt Bamenda im Südwesten des Landes. Diese liegt in der anglophonen Region, wo sich seit nunmehr knapp zehn Jahren Angehörige der Armee und Separatistenbewegungen tödliche Kämpfe liefern. Die unsichere Lage wird von kriminellen Gruppen ausgenutzt. UN-Angaben zufolge gibt es aktuell mehr als 400.000 Binnenvertriebene.

Alltag in Yaoundè, Kameruns Hauptstadt / © Pvince73 (shutterstock)
Alltag in Yaoundè, Kameruns Hauptstadt / © Pvince73 ( shutterstock )

Die Bewohner der Regionen Nordwest und Südwest sehen sich seit Jahrzehnten systematisch benachteiligt. Obwohl Englisch dort offizielle Sprache ist, entschied die Regierung von Langzeitherrscher Paul Biya (93) beispielsweise, in Gerichten und Schulen müsse Französisch gesprochen werden. Dialogversuche scheiterten.

Kamerun Mittelpunkt der Fastenaktion

Kamerun ist derzeit auch Land der Misereor-Fastenaktion. Unter dem Motto "Hier fängt Zukunft an" steht die berufliche Ausbildung junger Kameruner im Mittelpunkt. Zahlenmäßig bilden sie eine große Mehrheit; das Durchschnittsalter liegt bei 19,4 Jahren. Allerdings fehlt es vielen an Arbeitsplätzen und Zukunftsperspektiven.

In Kamerun, wo gut 30 Millionen Menschen leben, hatte es monatelang Spekulationen über einen möglichen Papstbesuch gegeben. Letztmals war Papst Benedikt XVI. 2009 in dem zentralafrikanischen Land zu Gast. 

Misereor Fastenaktion 2026

"Hier fängt die Zukunft an" - so lautet das Motto der Misereor-Fastenaktion 2026. Sie richtet den Blick auf Jugendliche in Kamerun, die unter schwierigen Bedingungen leben und kaum Chancen auf Arbeit oder berufliche Ausbildung haben. Viele junge Menschen – insbesondere in der Metropole Douala – sind von Jugendarbeitslosigkeit betroffen. Misereor und der Projektpartner CODAS Caritas Doula setzen sich dafür ein, dass die benachteiligten Jugendlichen Zugang zu beruflicher Bildung erhalten und fördert ihre Potentiale. (Quelle: Misereor)

 © Kathrin Harms (MISEREOR)
Quelle:
KNA