Mataré-Engel zurück auf dem Essener Bischofshaus

Neuer Arm und frisch vergoldet

Das Essener Bischofshaus hat seinen "Mataré-Engel" zurück. Die Figur wurde während eine Sturms 2021 beschädigt und musste daraufhin repariert werden. Inzwischen erstrahlt die Bronzefigutr auch in einem ganz neuen Glanz.

Dombaumeister Rald Meyers (rechts) überwacht die Montage des restaurierten Mataré-Engels auf dem Dach des Essener Bischofshauses / © Nicole Cronauge (Bistum Essen)
Dombaumeister Rald Meyers (rechts) überwacht die Montage des restaurierten Mataré-Engels auf dem Dach des Essener Bischofshauses / © Nicole Cronauge ( Bistum Essen )

Mit einem neuen Arm und frisch vergoldet sei die knapp 1,40 Meter große Figur am Montag wieder auf dem Dach des Bischofshauses platziert worden, erklärte das katholische Ruhrbistum in Essen. Die rund 200 Kilogramm schwere Bronzefigur hatte in einer Düsseldorfer Kunstgießerei einen neuen Arm erhalten, weil der alte vermutlich während eines Sturms 2021 verschwunden war.

Beschädigter Mataré-Engel über dem Bischofshaus in Essen / © Achim Pohl (Bistum Essen)
Beschädigter Mataré-Engel über dem Bischofshaus in Essen / © Achim Pohl ( Bistum Essen )

Der goldglänzende Engel des Künstlers Ewald Mataré steht laut Bistum seit 1957 über dem Portal des Bischofshauses am Essener Burgplatz. Im Zuge der Reparatur und Restaurierung sei auch die Befestigung der Figur überarbeitet worden, hieß es. Sie stehe nun auf einem stabilen Edelstahl-Stab, der im Dach des Bischofshauses verankert wurde. «Allen Stürmen, die seit 1956 hier drüber geweht sind, soll diese Konstruktion standhalten», sagte Dombaumeister Ralf Meyers.

Exakte Kopie im Kurhaus Kleve

Eine genaue Nachbildung des rechten ausgestreckten Arms des Engels war den Angaben zufolge möglich, weil das Museum Kurhaus Kleve, das den Nachlass des Bildhauers Ewald Mataré (1887-1965) verwaltet, eine exakte Kopie des Essener Engels im Bestand hat. Hiervon sei ein Abguss für einen neuen rechten Arm erstellt worden.

Der 1887 bei Aachen geborene Mataré gilt als einer der wichtigsten Künstler der Klassischen Moderne in Deutschland. Von den Nationalsozialisten als «entartet» diffamiert, übernahm er 1948 eine Bildhauerklasse an der Kunstakademie Düsseldorf. Insbesondere ab 1947 erhielt Mataré zahlreiche kirchliche und öffentliche Aufträge und gestaltete etwa das Westfenster des Aachener Doms, die Bronzetüren für das Südportal am Kölner Dom, das Domportal in Salzburg oder die Portale der Weltfriedenskirche in Hiroshima.

Über das Bistum Essen

Das Bistum Essen ist eines der jüngsten und kleinsten unter den 27 römisch-katholischen Bistümern in Deutschland. Auch in Nordrhein-Westfalen ist es mit 1.877 Quadratkilometern und rund 780.000 Mitgliedern das kleinste Bistum. Es wurde am 1. Januar 1958 aus Teilen der (Erz-)Bistümer Köln, Münster und Paderborn errichtet; damals zählte die Diözese noch rund 1,5 Millionen Mitglieder.

Blick auf den Essener Dom / © Borisb17 (shutterstock)
Quelle:
epd