Limburgs Bischof Georg Bätzing wird 65 Jahre alt

"Ganz andere Wege gehen"

Der Limburger Bischof Georg Bätzing ist in einem Dorf im Westerwald aufgewachsen. Die Volkskirche von damals gibt es nicht mehr, weshalb er neue Wege sucht. Am Montag feiert der ehemalige Vorsitzende der Bischofskonferenz Geburtstag.

Bischof Georg Bätzing beim Schlussgottesdienst auf dem 102. Deutschen Katholikentag / © Harald Oppitz (KNA)
Bischof Georg Bätzing beim Schlussgottesdienst auf dem 102. Deutschen Katholikentag / © Harald Oppitz ( KNA )

Der Limburger Bischof Georg Bätzing feiert an diesem Montag, den 13. April, seinen 65. Geburtstag. Sechs Jahre lang stand Bätzing an der Spitze der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Er trat nicht mehr für eine zweite Amtszeit an, allerdings ohne nähere Gründe für seine Entscheidung zu nennen. Ende Februar löste ihn dann Heiner Wilmer beim Vorsitz der Bischöfe ab.

Unter Bätzings Ägide wurde im Februar 2024 eine weithin beachtete Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz mit dem Titel "Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar" veröffentlicht. Darin nannten die katholischen Bischöfe ausdrücklich die AfD - und stuften damit erstmals eine im Bundestag vertretene Partei als nicht wählbar für Christinnen und Christen ein.

"Ganz andere Wege gehen"

Bätzing wuchs in der Nachkriegszeit in einer 4.000-Einwohner-Gemeinde im rheinland-pfälzischen Westerwald auf. Klar benannte er schon vor Jahren: Die Volkskirche, in der er aufwuchs als Sohn eines Bahnangestellten und einer Hausfrau, gehört der Vergangenheit an. "Diese Sozialstruktur, in der Kirche-Sein, in der religiöse Sozialisation irgendwie in einem Automatismus verlief, ist vorbei, und sie wird nicht wiederkommen", sagte Bätzing: "Wir müssen ganz andere Wege gehen, um mit Menschen die Perspektive des Glaubens zu entdecken."

Beate Gilles (l.), Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz (DBK); Bischof Georg Bätzing (m.), Vorsitzender der DBK; und Matthias Kopp, Pressesprecher der DBK, bei einem Pressestatement / © Julia Steinbrecht (KNA)
Beate Gilles (l.), Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz (DBK); Bischof Georg Bätzing (m.), Vorsitzender der DBK; und Matthias Kopp, Pressesprecher der DBK, bei einem Pressestatement / © Julia Steinbrecht ( KNA )

2016 erhielt Bätzing die Weihe zum Bischof von Limburg. Als er dann im März 2020 zum neuen Vorsitzenden der Bischofskonferenz gewählt wurde, konnte er nicht ahnen, was folgen würde: Erst kam die Corona-Pandemie, dann die Debatte um Missbrauchsaufarbeitung und mangelnde Transparenz im Erzbistum Köln.

Vertrauen durch Transparenz

Beim Umgang mit sexualisiertem Missbrauch warb Bätzing für einen innerkirchlichen "Kulturwandel". Eine im Bistum Limburg von ihm in Auftrag gegebene Missbrauchsstudie hatte gezeigt, dass es in der Diözese Vertuschung von Missbrauchsfällen gab. Zu wenig sei den betroffenen Kindern und Jugendlichen geglaubt worden, mahnte Bätzing. Hier sei eine "Umkehrung des Denkens" nötig. Nur durch Transparenz könne man neues Vertrauen gewinnen.

Georg Bätzing

Georg Bätzing wurde am 13. April 1961 in Kirchen (Sieg) geboren und wuchs in Niederfischbach an der Sieg, der sogenannten Trierischen Insel im Westerwald (Kreis Altenkirchen), nicht weit von der Limburger Bistumsgrenze, auf. Er studierte Philosophie und Theologie an der Universität Trier und der Universität Freiburg.

Bischof Georg Bätzing / © Bert Bostelmann (KNA)
Bischof Georg Bätzing / © Bert Bostelmann ( KNA )
Quelle:
KNA