Vatikan mahnt Regelung der Impfstoff-Verteilung an

Kritik an "Impfnationalismus"

Angesichts der internationalen Konkurrenz um Corona-Impfstoffe hat der Vatikan erneut eine gerechte Verteilung angemahnt. Es dürfe nicht sein, dass einige Länder auf das Vakzin warten müssten, weil reichere Staaten große Mengen aufgekauft hätten.

Symbolbild Impfstoff / © panpilai paipa (shutterstock)

Das kritisierte die Päpstliche Akademie für das Leben am Freitag in Rom. Das medizinethische Fachinstitut des Vatikan rief Regierungen, die EU und die Weltgesundheitsorganisation WHO nachdrücklich auf, entsprechende Regeln zu präzisieren und umzusetzen. Dies erscheine immer dringlicher.

Von Neuem verurteilte die katholische Kirche einen "Impfnationalismus", mit dem sich einzelne Staaten als erste die nötigen Impfdosen für ihre Bevölkerung sichern wollten. Nötig seien weiter auch patentrechtliche Regelungen, um den Zugang zu den Impfstoffen weltweit zu erleichtern und den Preis niedrig zu halten.

"Zu viel Kampf und Konkurrenz"

Wie die Entwicklung, so müsse auch die Produktion und Auslieferung der Vakzine in Zusammenarbeit und nach dem Prinzip der Subsidiarität erfolgen. Bislang gebe es "zu viel Kampf und Konkurrenz und die Gefahr großer Ungerechtigkeiten".

Papst Franziskus hatte bereits an Weihnachten Regierende, Unternehmen und internationale Organisationen zu mehr Kooperation aufgerufen. Es müsse Impfstoffe für alle geben, besonders für die vulnerabelsten und bedürftigsten Menschen in allen Weltregionen. Ende Dezember veröffentlichten die Akademie für das Leben und eine eigens für die Corona-Krise eingerichtete Ethik-Kommission des Vatikan ein Leitlinienpapier für die Impfpraxis.

Der Vatikanstaat selbst orderte über den Jahreswechsel rund 10.000 Impfdosen nach einer Bedarfserhebung bei Angestellten. Mit der Verabreichung wurde vor einer Woche begonnen. Neben Beschäftigten, mitversicherten Familienangehörigen und Pensionären konnten sich auch Obdachlose immunisieren lassen.

Quelle:
KNA
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