Bistum Limburg impft auf Kreuzfest

"Kreuzimpfung" mal anders

Das Bistum Limburg flankiert die aktuell laufende Impfaktionswoche der Bundesregierung: Zum diesjährigen Kreuzfest wird es nun auch eine Impfstation geben, die Zielgruppe wollen die Veranstalter mit Unterhaltungsprogramm anlocken.  

Symbolbild Impfen Corona Impfung Pflaster / © Alexxndr (shutterstock)
Symbolbild Impfen Corona Impfung Pflaster / © Alexxndr ( shutterstock )

DOMRADIO.DE: Was ist denn bei Ihnen im Bistum im Rahmen dieser Impfaktionswoche geplant?

Stephan Schnelle (Pressesprecher Bistum Limburg): Wir haben unser großes Bistumsfest am Wochenende. Ab morgen startet hier unser Kreuzfest und da wird ein mobiles Impfteam bei uns direkt vor der Veranstaltungsfläche stehen, in einem großen Zelt und für die Impfung werben und impfen.

DOMRADIO.DE: Was erwarten Sie denn, wie die Leute das annehmen werden?

Schnelle: Wir hoffen, dass es viele annehmen werden. Wir haben tolle Konzerte, beispielsweise mit der Band Glasperlenspiel, die kommen. Und da sagen uns natürlich auch die Ärzte des Impfzentrums: Das ist genau unsere Zielgruppe, Menschen zwischen 25 und 50, von denen viele noch nicht geimpft sind.

Und die hoffen gemeinsam mit uns, dass vielleicht der eine oder andere die Möglichkeit nutzt, sich ohne Anmeldung ganz unkompliziert von Fachleuten, von Profis impfen zu lassen.

DOMRADIO.DE: Ist es denn in Ihren Augen eine Pflicht für Christen, sich gegen Corona impfen zu lassen?

Schnelle: Für mich ist das ein Gebot der Nächstenliebe, ja. Weil eine Impfung mich schützt, aber auch meinen Nächsten, meinen Mitmenschen. Und ich will ja sein Wohl als Christ. Das ist ja so unsere Grundannahme. Und insofern bin ich schon dafür, dass wir Christen uns auch impfen lassen.

DOMRADIO.DE: Lange Zeit durften ja die Gläubigen nicht in die Kirche kommen, weil die Ansteckungsgefahr hoch war. Trauen sich denn aktuell wieder mehr Leute in den Gottesdienst? Wie hat sich das verändert? Was ist da Ihr Eindruck?

Schnelle: Also wir haben noch keine Zahlen erhoben, wir hören aber, dass die Präsenz-Gottesdienste gut wahrgenommen werden. Man muss sich natürlich noch anmelden. Es gibt die Regeln. Das funktioniert aber jetzt mittlerweile sehr gut. Wir haben ja eine gewisse Erfahrung.

Wir merken aber auch, dass die digitalen Angebote nach wie vor nachgefragt sind. Wir haben auch einen Livestream jeden Sonntag aus der Kapelle des Bischofshauses und da steigen die Zuschauerzahlen. Es ist ambivalent.

DOMRADIO.DE: Denken Sie denn, dass die Livestreams, auch wenn sich die Lage beruhigt, trotzdem noch viel verfolgt werden von den Menschen?

Schnelle: Also ich glaube, dass viele, denen der persönliche Gottesdienstbesuch am Wochenende eine Herzensangelegenheit war, auch wieder gehen werden. Ob die Zahlen wieder so werden, wie sie vor der Pandemie waren, glaube ich allerdings nicht.

Ich glaube, viele haben erlebt, es gibt gute digitale Angebote und das hilft mir in meiner Spiritualität auch weiter. Das führe ich fort. Ich würde es nicht exklusiv sehen.

Ich denke, man kann ja auch beide Wege gehen. Es geht ja um die Gemeinschaft, die man erlebt und die man pflegen will, im Gottesdienst auch. Und ich glaube, da sind wir ganz anknüpfungsfähig.

Das Interview führte Julia Reck.

Spitzen des Limburger Doms / © Harald Oppitz (KNA)
Spitzen des Limburger Doms / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
DR
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