Koptenpapst sagt nach Kirchenbrand Unterstützung zu

Finanzielle Hilfe angekündigt

Im Arbeiterviertel Imbaba in der Stadt Giseh bei Kairo haben am Sonntagabend die Totengebete für die 41 Opfer des jüngsten Kirchenbrandes stattgefunden. Koptenpapst Tawadros II. sprach den betroffenen Familien sein Beileid aus.

Ägypten, Giza: Menschen nehmen an der Beerdigung der Opfer eines Großbrandes in der koptischen Abu-Sefein-Kirche teil / © Mohamed Shoukry (dpa)
Ägypten, Giza: Menschen nehmen an der Beerdigung der Opfer eines Großbrandes in der koptischen Abu-Sefein-Kirche teil / © Mohamed Shoukry ( dpa )

Zugleich sagte er ihnen die Unterstützung der koptisch-orthodoxen Kirche zu, wie das Portal "Watani" (Montag) berichtete. Aufgrund der hohen Opferzahl fanden zwei Trauerfeiern in zwei verschiedenen Kirchen statt. Tawadros II. lobte im Interview mit einem koptischen Sender die Bemühungen des ägyptischen Staates in Zusammenhang mit der Brandkatastrophe.

Angemessene finanzielle Unterstützung

Der Großimam der Kairoer Al-Azhar-Moschee, Scheich Mohammad Al-Tajjeb, wies die Al-Azhar-Verwaltung laut einem Bericht der Zeitung "Egypt Today" (Sonntagabend) an, den Familien der Opfer in Abstimmung mit Nichtregierungsorganisationen schnellstmöglich finanzielle Hilfe in Form von Barzahlungen zukommen zu lassen.

Kopten-Papst Tawadros II. (dpa)
Kopten-Papst Tawadros II. / ( dpa )

Ferner wies er die Krankenhäuser der an die Moschee angegliederten Universität an, die Verletzten zu behandeln und ihnen die notwendige psychologische Unterstützung zukommen zu lassen.

Auch der Gouverneur von Giseh, Achmad Rasched, sowie die ägyptische Sozialministerin Nevine al-Kabbag, sagten den Hinterbliebenen sowie den Verletzten eine angemessene finanzielle Unterstützung zu. Der ägyptische Präsident Abdel-Fattah Al-Sisi wies unterdessen die Baubehörde der Streitkräfte an, die bei dem Brand beschädigte Kirche wiederaufzubauen.

Das Kulturministerium hat derweil eine dreitägige Unterbrechung der öffentlichen Aktivitäten angekündigt, wie die Zeitung "Al-Ahram" Sonntagabend berichtete. Unter anderem wurde die Eröffnung eines Musikfestivals in der Kairoer Saladin-Zitadelle verschoben.

Ermittlungen zur Brandursache dauern an

Der Brand in der Abu-Sifin-Kirche war laut Medienberichten ausgebrochen, während rund 5.000 Menschen die Sonntagsmesse feierten.

Brand in einer koptischen Kirche in Giseh, Ägypten
Brand in einer koptischen Kirche in Giseh, Ägypten

Daraufhin sei es zu einer Massenpanik gekommen, berichteten Augenzeugen. 41 Menschen wurden getötet, 14 weitere verletzt. Zu den Toten gehört laut "Watani" auch der Priester der Gemeinde.

Die offiziellen Ermittlungen zur Brandursache dauern noch an. Augenzeugen berichteten jedoch, das Feuer sei durch einen Kurzschluss in einem Stromgenerator hervorgerufen worden.

Kopten

Die Kopten sind die größte christliche Gemeinschaft in Ägypten. Sie führen ihre Anfänge auf den Evangelisten Markus zurück. Realistische Angaben über Mitgliederzahlen schwanken zwischen 7 und 10 Millionen unter den rund 94,5 Millionen Einwohnern Ägyptens. Etwa eine weitere halbe Million Kopten lebt in anderen Ländern, davon schätzungsweise 12.000 in Deutschland.

Viele Kopten haben ein Kreuz-Tattoo auf der Hand  / © Andrea Krogmann (KNA)
Viele Kopten haben ein Kreuz-Tattoo auf der Hand / © Andrea Krogmann ( KNA )
Quelle:
KNA