Kölner Laien weiter unzufrieden mit Missbrauchsaufarbeitung

"Noch vieles unentdeckt und nicht aufgearbeitet"

Die Laienvertretung im Erzbistum Köln hat weiterhin Unzufriedenheit mit der Missbrauchsaufarbeitung bekundet. Der Vorsitzende des Diözesanrates, Tim Kurzbach, beklagt eine noch immer fehlende Verantwortung der Kirchenleitung.

Tim-O. Kurzbach / © Julia Steinbrecht (KNA)
Tim-O. Kurzbach / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Der wiedergewählte Vorsitzende des Diözesanrates, Tim Kurzbach, nannte es am Samstag bei der Vollversammlung des Gremiums einen Fehler, dass niemand aus der Kirchenleitung Verantwortung übernommen habe. "Wir sagen das auch in dem Wissen, dass die schreckliche Geschichte des Missbrauchs noch nicht vollständig erzählt ist, dass noch vieles unentdeckt und vor allem nicht aufgearbeitet ist."

Kardinal Woelki: "Gutes und transparentes Gutachten"

In Deutschlands mitgliederstärksten katholischen Diözese hat sich vor allem an der Aufarbeitung des Missbrauchs eine Vertrauenskrise entzündet. Deshalb ging Erzbischof Rainer Maria Woelki in eine mehrmonatige Auszeit. Bei seiner Rückkehr Anfang März gab der Kardinal an, dem Papst seinen Rücktritt angeboten zu haben. Zugleich warb er um eine zweite Chance. Über das Rücktrittsgesuch hat der Papst bislang nicht entscheiden.

Anfang Mai verteidigte Woelki den Umgang mit Missbrauchsfällen: "Sie können mal auf unsere Internetseite gehen und Sie finden, glaube ich, keine Diözese, die ein so gutes und transparentes Gutachten mit Blick auf Missbrauch veröffentlicht hat wie das Erzbistum Köln", zitierte der "Donaukurier" den 65-Jährigen.

Quelle:
KNA
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